Deutschland ringt um Olympische Bewerbung: München und NRW begeistert, Berlin gespalten
Piotr DietzDeutschland ringt um Olympische Bewerbung: München und NRW begeistert, Berlin gespalten
Deutschland erwägt erneut eine Bewerbung um die Olympischen Spiele – mit starker öffentlicher Unterstützung in München und Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September seine endgültige Entscheidung treffen. Doch Widerstand in Berlin und frühere Ablehnungen in Hamburg könnten den Prozess erschweren.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass etwa zwei Drittel der Befragten in München und Nordrhein-Westfalen für die Austragung der Spiele sind. Diese Begeisterung steht im Kontrast zu Berlin, wo die Initiative NoOlympia Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Olympischen Spiele sammelt. Allerdings würden rechtliche Vorgaben bedeuten, dass eine solche Abstimmung frühestens 2027 stattfinden könnte.
Die Erfahrung Hamburgs wirft einen Schatten auf die Entscheidung. 2015 lehnten 51,6 Prozent der Hamburger in einer Volksabstimmung eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 ab. Mittlerweile verlangt die Hamburger Bürgerschaft eine Zweidrittelmehrheit für ein neues Referendum – eine Hürde, die weder Hamburg noch Berlin derzeit nehmen könnten.
Die anstehende Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September erhöht die Unsicherheit weiter. Das Ergebnis könnte die DOSB-Entscheidung beeinflussen, da lokale politische Unterstützung entscheidend wäre. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Sportmanager Kaweh Niroomand haben Bedenken wegen eines Referendums zurückgewiesen und betonen, die Bewerbung der Stadt bleibe stark.
Die DOSB-Entscheidung am 26. September wird zeigen, ob Deutschland eine Olympische Bewerbung vorantreibt. Falls Berlin ausgewählt wird, könnte es dennoch 2027 zu einer Volksabstimmung kommen. Vorerst hängt das Ergebnis vom politischen Willen, von rechtlichen Fristen und der sich wandelnden Meinung der Bürger ab.






