Deutsche Bahn verschärft Sicherheitsvorkehrungen gegen Gewalt in Regionalzügen
Piotr DietzDeutsche Bahn verschärft Sicherheitsvorkehrungen gegen Gewalt in Regionalzügen
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen gegen steigende Gewalt in Regionalzügen ein
Die Deutsche Bahn (DB) reagiert mit verschärften Sicherheitsvorschriften auf die zunehmende Gewalt in Regionalverkehrszügen. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund eines uneinheitlichen Lagebilds: Zwar ist die Zahl der Übergriffe bundesweit rückläufig, in einigen Regionen nehmen sie jedoch deutlich zu.
Das Unternehmen weitet den Einsatz von Körperkameras aus, die sich bereits als wirksam gegen Vorfälle erwiesen haben. Bis August sollen Mitarbeiter im Umgang mit den Geräten geschult werden. Sobald die Kameras aktiviert werden, startet automatisch auch die Audioaufzeichnung. Auswertungen zeigen, dass bei über 500 Einsätzen nur ein schwerwiegender Angriff stattfand – ein klarer Beleg für die abschreckende Wirkung.
Ab Juli testet die DB Regio zudem stichfeste Schutzwesten für Servicekräfte im Kundendienst. Ein weiterer Ansatz sieht „1-zu-1-Begleitungen“ und Doppelbesetzungen in Risikosituationen vor, um Konflikte besser zu entschärfen. Zudem wird die verpflichtende Deeskalationsschulung um ein Modul zu durchsetzungsfähigem Auftreten erweitert.
Darüber hinaus erprobt die Bahn KI-gestützte Echtzeitüberwachung von Kamerabildern, um aggressives Verhalten frühzeitig zu erkennen. Ein Pilotprojekt in Bremen bestätigte die Machbarkeit unter Einhaltung des Datenschutzes und ebnet den Weg für weitere Tests.
Die Maßnahmen folgen auf einen bundesweiten Rückgang körperlicher Angriffe um 7 Prozent im Jahr 2025. In einigen Bundesländern – etwa Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Teilen Baden-Württembergs – stieg die Zahl der Vorfälle jedoch um 15 Prozent. Mit Körperkameras, Schutzausrüstung und KI-Versuchen will die DB die Sicherheit für Personal und Fahrgäste nachhaltig verbessern.






