17 June 2026, 17:25

Deutsch-französischer Machtkampf um Rüstungskonzern KNDS vor Börsengang

KNDS widersteht Vetorechte bei Börsengang

Deutsch-französischer Machtkampf um Rüstungskonzern KNDS vor Börsengang

Zwischen Berlin und Paris ist ein Streit über die Zukunft des deutsch-französischen Panzerherstellers KNDS entbrannt. Der Konflikt kommt nur wenige Tage vor dem geplanten Börsengang des Unternehmens. Im Kern geht es um mögliche Vetorechte der deutschen Regierung.

Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung, als mehrere SPD-Abgeordnete in einem Positionspapier umfangreiche Vetorechte für KNDS forderten. Zwar einigten sich Berlin und Paris später auf eine gemeinsame Linie, doch die Spannungen bleiben bestehen. Die Bundesregierung pocht auf strenge Schutzmechanismen, um zu verhindern, dass kritisches Verteidigungswissen das Land verlässt.

Beamte rechtfertigten ihre Haltung mit dem Bedürfnis, geistiges Eigentum im Bereich der Verteidigungstechnologie zu schützen. Zudem solle verhindert werden, dass Forschungs-, Produktions- oder Exportkapazitäten aus Deutschland abwandern. Die Gespräche mit Frankreich würden in einem „Geist des Vertrauens und der Vertraulichkeit“ geführt, hieß es.

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Der Aufsichtsratsvorsitzende von KNDS, Tom Enders, kritisierte die Forderungen nach Vetorechten scharf. Er sprach von einer „zunehmend engstirnigen nationalen Perspektive“ auf die Verteidigungskooperation. Enders warnte, nationale Alleingänge könnten die europäische Verteidigung insgesamt schwächen. Er stellte sogar infrage, ob Deutschland Frankreich inzwischen ähnlich bewertete wie China, wenn es um Partnerschaften in der Rüstungsindustrie gehe.

Die Bundesregierung hält an ihrem Kurs fest, die heimischen Sicherheitsinteressen zu wahren. Der Streit unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der deutsch-französischen Verteidigungskooperation. KNDS bereitet unterdessen trotz der Unsicherheiten weiterhin seinen Börsenstart vor.

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