Dermbach debattiert leidenschaftlich über Windkraftpläne und Bürgerbeteiligung
Nathalie BauerDermbach debattiert leidenschaftlich über Windkraftpläne und Bürgerbeteiligung
In Dermbach diskutieren Bürger über Pläne für Windenergie
Am Montag veranstaltete die Gemeinde Dermbach eine öffentliche Versammlung, um über die Pläne zur Windenergienutzung zu sprechen. Rund 100 Teilnehmer, darunter Gemeinderäte und Vertreter von Bürgerinitiativen, nahmen an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt standen das Windvorranggebiet W 14 sowie der regionale Teilplan für Windenergie.
Bürgermeister Thomas Hugk eröffnete den Abend mit der Betonung, dass sowohl die Chancen als auch die Risiken der Windenergie abgewogen werden müssten. Es folgten Präsentationen zum geplanten Windvorranggebiet sowie zum zweiten Entwurf des Teilplans, der 40 neue Windvorranggebiete mit einer Fläche von etwa 7.483 Hektar vorsieht – das entspricht rund 1,8 Prozent der Gesamtfläche der Region.
Martin Lachor wies darauf hin, dass ohne einen solchen Teilplan Windkraftanlagen theoretisch fast überall unter bestimmten Bedingungen errichtet werden könnten. Landrat Dr. Michael Brodführer versicherte den Anwesenden, dass innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön keine Windräder gebaut würden.
Die Teilnehmer äußerten Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen und Landschaftsbeeinträchtigungen, insbesondere in Waldgebieten. Viele forderten zudem eine direkte Bürgerbeteiligung oder eine Volksabstimmung über Windenergieprojekte. Kritisch angemerkt wurde, dass vor der Ausweisung neuer Standorte keine konkreten Bedarfsanalysen für die regionale Energieversorgung vorlägen.
In der anschließenden Fragerunde zeigte sich ein großes öffentliches Interesse daran, die Windenergiepolitik mitzugestalten. Die Anwohner verlangten klarere Analysen und mehr Mitspracherechte bei Entscheidungsprozessen. Die Diskussion unterstrich die Notwendigkeit einer ausgewogenen Planung, die sowohl den Energiebedarf als auch lokale Belange berücksichtigt.
