Christian Ulmen steht nach schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau in der Kritik
Murat JähnChristian Ulmen steht nach schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau in der Kritik
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefongespräche mit sexuellem Inhalt geführt zu haben. Die Anschuldigungen haben die Debatte über Ulmens lange Geschichte umstrittene, oft frauenfeindlicher Fernsehprojekte neu entfacht.
Fernandes bezeichnete sein Verhalten als "virtuelle Vergewaltigung" und wies damit auf ein Muster hin, das sich über Jahre hinweg zieht.
Bekanntheit erlangte Ulmen erstmals Mitte der 2000er mit Mein neuer Freund, einer Reality-Show auf ProSieben. Woche für Woche spielte er darin einen anderen schrecklichen Freund und setzte Frauen demütigenden Situationen aus. Das Konzept sah vor, dass Teilnehmer ihren Familien neue Partner vorstellten – Partner, die nach Drehbuch abscheulich agierten. Seine Figur Alexander von Eich, ein reicher, aristokratischer Snob, wurde unter Freunden zum Kult, weil er seine Freundin Franziska systematisch herabwürdigte.
Später moderierte Ulmen in Wer will meine Freundin vögeln? eine Gameshow, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte. Zu den Aufgaben zählte etwa, in einem Bordell die Annäherungsversuche von Kunden zu zählen – die beteiligten Frauen erhielten für ihre Mitwirkung eine Bezahlung. Das Format entsprach seinem früheren Werk, in dem Erniedrigung und Frauenverachtung zentraler Bestandteil der Unterhaltung waren.
Fernandes' Vorwürfe werfen nun ein düsteres Licht auf diese Projekte. Sie behauptet, Ulmens Fernsehrolle sei in sein reales Leben übergeschwappt, etwa als er sie im Internet auf intrusive Weise imitierte. Der von der Feministin Gisèle Pelicot geprägte Satz "Die Scham muss die Seite wechseln" wird nun verwendet, um die Machtverhältnisse in diesem Kontext zu verdeutlichen.
Selbst in späteren Serien wie Jerks (2017–2023) spielten Ulmen und sein Co-Star Fahri Yardım überzogene, oft sexuell erniedrigende Versionen ihrer selbst. Der Humor lebte von peinlichen und beschämenden Momenten, wobei Frauen häufig das Ziel waren. Kritiker fragen sich nun, ob diese Auftritte tiefere Probleme überspielt haben.
Die Vorwürfe gegen Ulmen reihen sich in eine Karriere ein, die darauf beruhte, Grenzen auszutesten – oft auf Kosten von Frauen. Fernandes' Aussagen deuten auf ein Muster hin, das über Satire hinausgeht und realen Schaden anrichtet. Der Fall wirft Fragen nach Verantwortung in der Unterhaltungsbranche auf, wo umstrittene Handlungen lange als Comedy abgetan wurden – bis sie es plötzlich nicht mehr sind.






