13 June 2026, 18:18

CDU und SPD uneins: Soll man mit der AfD reden oder nicht?

Sozialflügel der CDU lehnt Gespräche mit AfD ab

CDU und SPD uneins: Soll man mit der AfD reden oder nicht?

Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels, hat Gespräche mit der rechtsextremen AfD kategorisch ausgeschlossen. Seine Haltung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der ehemalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück zu einer Neubewertung der Gesprächsbereitschaft mit der Partei aufrief. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie mit dem wachsenden Einfluss der AfD in der deutschen Politik umgegangen werden soll.

Steinbrück plädierte für einen neuen Umgang mit der AfD. Er schlug vor, klare Grenzen für einen möglichen künftigen Dialog mit der Partei zu ziehen. Zwar erkannte er die Logik hinter dem demokratischen Schutzwall – einer politischen Absperrung gegen die AfD – an, stellte dessen langfristige Tragfähigkeit jedoch infrage.

Radtke lehnte Verhandlungen entschieden ab. Den demokratischen Schutzwall bezeichnete er nicht als Waffe gegen die AfD, sondern als Schutz der demokratischen Politik vor extremistischem Einfluss. Seiner Ansicht nach wäre die Forderung, die AfD solle sich von rechtsextremen und prorussischen Verbindungen distanzieren, gleichbedeutend damit, von ihr zu verlangen, ihre eigene Identität aufzugeben.

Zudem betonte er die Bedeutung von Glaubwürdigkeit und Bürgernähe im Kampf gegen Extremismus. Diese seien, so Radtke, die wirksamsten Mittel gegen den Aufstieg rechtsextremer Bewegungen.

Der Austausch offenbart eine tiefe Spaltung darüber, wie die Rolle der AfD in der deutschen Politik zu bewerten ist. Radtkes Position unterstreicht die Weigerung der CDU, mit der Partei in Dialog zu treten. Steinbrücks Äußerungen deuten hingegen darauf hin, dass es unter strengen Auflagen auch Bereitschaft gibt, einen bedingten Austausch zu prüfen.

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