CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostitutions-Kommission als "realitätsfremd"
Ditmar WellerCDU-Politiker Krings zerpflückt Prostitutions-Kommission als "realitätsfremd"
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharfe Kritik an einer Kommission geübt, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzt wurde. Die Kommission prüft mögliche Reformen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes. Krings wirft ihr vor, sowohl in ihrer Zusammensetzung als auch in ihren Erkenntnissen fehlerhaft und realitätsfremd zu sein.
Die Kommission wurde beauftragt, Änderungen der Regelungen zur Prostitution zu bewerten. Ihre Arbeit stützt sich auf einen Evaluierungsbericht eines kriminologischen Instituts, dessen Leiter zugleich den Vorsitz des Gremiums innehat. Krings sieht darin einen Interessenkonflikt, der zu einer verzerrten Darstellung der Branche führe.
Laut dem Bericht verfügen 25 Prozent der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter über einen Hochschulabschluss und 80 Prozent sind krankenversichert. Krings hält diese Zahlen für unrealistisch und argumentiert, sie spiegelten lediglich einen kleinen, privilegierten Ausschnitt des Berufsfelds wider. Er verweist darauf, dass in ganz Deutschland gerade einmal 50 Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter offiziell sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien.
Zudem wirft Krings dem Kommissionsvorsitzenden vor, in der Vergangenheit fragwürdige Forschung betreiben zu haben. Während der Regierungszeit von CDU und CSU sei ihm noch nie eine so einseitig besetzte Kommission begegnet, betont er. Die CDU/CSU-Fraktion zeigt sich tief enttäuscht über die Besetzung des Gremiums.
Die Ergebnisse und die Struktur der Kommission stoßen auch bei der Opposition auf massive Kritik. Krings ist überzeugt, dass weder der Auftrag noch die Zusammensetzung des Gremiums die Realität der Sexarbeit in Deutschland abbilden. Der Streit unterstreicht die anhaltenden politischen Kontroversen um eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes.
