Brantner wirbt um enttäuschte FDP-Wähler nach historischer Wahlniederlage
Murat JähnBrantner wirbt um enttäuschte FDP-Wähler nach historischer Wahlniederlage
Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, hat ehemalige Wähler der FDP zum Seitenwechsel aufgerufen. Ihr Appell folgt auf die jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, bei denen die liberale FDP den Einzug in die Parlamente verpasste. Die Ergebnisse haben die politische Landschaft verändert: Nun dominieren CDU, Grüne, SPD und AfD beide Landesparlamente.
Bei den Wahlen 2026 gab es dramatische Verschiebungen in der Wählergunst. In Rheinland-Pfalz blieb die CDU mit 31 Prozent stärkste Kraft, während die SPD stark auf 25,9 Prozent fiel. Die AfD legte kräftig zu und erreichte 19,5 Prozent, während die Grünen auf 7,9 Prozent zurückfielen. Die FDP, einst eine stabile Größe, stürzte auf nur noch 2,1 Prozent ab – und verfehlte damit die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament.
In Baden-Württemberg behielten die Grünen mit 30,2 Prozent zwar die Führung, verloren jedoch leicht an Zustimmung. Die CDU gewann an Boden und kam auf etwa 25 bis 30 Prozent der Stimmen, während die AfD ihre Unterstützung fast verdoppelte und 18,8 Prozent erreichte. Die SPD rutschte mit 5,5 Prozent auf ein historisches Tief, und auch die FDP scheiterte mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Marke.
Brantner verwies auf die Schwächephase der FDP und betonte, dass der Liberalismus in der Landespolitik an Einfluss verloren habe. Sie erinnerte an Cem Özdemir, den früheren Grünen-Chef, der bereits enttäuschte FDP-Anhänger umworben hatte. Nun folge sie diesem Beispiel und argumentiere, dass eine starke liberale Demokratie engagierte Verteidiger brauche.
Der Vorstoß der Grünen, ehemalige FDP-Wähler zu gewinnen, kommt zu einer Zeit, in der die Partei die Lücke füllen will, die durch den Niedergang der Liberalen entstanden ist. Mit der AfD als drittstärkster Kraft in beiden Bundesländern hat sich das politische Kräfteverhältnis verschoben. Brantners Initiative deutet darauf hin, dass die demokratischen Parteien ihre Unterstützung bündeln wollen, um künftigen Herausforderungen begegnen zu können.






