09 May 2026, 22:26

Biennale Venedig 2024: Boykott, Rücktritte und ein neues Preismodell

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig bei Olympia, das kostümierte Performer vor einem gebogenen und säulengeschmückten Gebäude mit Laternenmasten und Bäumen zeigt, mit einer einzelnen Person und Text.

Biennale Venedig 2024: Boykott, Rücktritte und ein neues Preismodell

Die 61. Kunstausstellung der Biennale Venedig hat für das Publikum geöffnet – mit 100 Nationalpavillons und 111 teilnehmenden Künstlern und Künstlerinnen. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „In Moll“ und ist von Kontroversen geprägt, nachdem es zu einem prominenten Boykott und dem Rücktritt aller fünf Jurymitglieder kam.

Portugal ist mit dem Künstler Alexandre Estrela vertreten, dessen Projekt „RedSkyFalls“ im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen ist. Estrela kritisierte öffentlich die Teilnahme Russlands und Israels an der Biennale und verschärfte damit die politischen Spannungen um die Ausstellung.

Der Boykott richtete sich gezielt gegen die Pavillons Israels und Russlands. Israels Beitrag „Rose of Nothingness“ wurde von Michael Gov kuratiert, zusammen mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller, und präsentiert Werke des Künstlers Belu-Simion Fainaru. Russland zeigt unterdessen „The Tree Is Rooted in the Sky“ – kuratiert von Anastasiia Karneeva – mit Arbeiten von rund 40 Künstlerinnen und Künstlern.

Am 30. April traten alle Jurymitglieder aus Protest zurück, wodurch die Vergabe der Goldenen Löwen verzögert wurde. Die Organisatoren führten daraufhin ein neues Modell ein: die „Besucher-Löwen“, bei dem das Publikum die Preisträger mitbestimmt. Die Auszeichnungen werden nun am 22. November bekannt gegeben.

Neben den Hauptpavillons umfasst die Biennale 31 Begleitveranstaltungen in ganz Venedig. Auch die lusophone Welt ist vertreten – mit Nationalbeiträgen aus Brasilien und Osttimor, die sich Portugals Ausstellung anschließen.

Die Preisvergabe folgt nun einem überarbeiteten Verfahren, bei dem das Publikum Einfluss auf die endgültigen Entscheidungen nimmt. Die Biennale läuft noch bis November, doch die politischen Auseinandersetzungen haben teilweise die künstlerischen Feierlichkeiten in den Hintergrund gedrängt.

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