Berlins Kulturschaffende kämpfen mit Großoffensive um mehr Fördergelder
Piotr DietzBerlins Kulturschaffende kämpfen mit Großoffensive um mehr Fördergelder
Berlins Kulturszene startet Großoffensive für mehr Kunstförderung
Die Berliner Kulturbranche hat eine vielbeachtete Kampagne gestartet, um die Förderung der Künste ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ eröffnete ihre Aktionswoche mit einem Manifest, das mehr finanzielle Unterstützung fordert. Trotz der Bedeutung der Veranstaltung kurz vor den anstehenden Wahlen blieben nur wenige Politiker der Einladung fern.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die „Berliner Erklärung“, die mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur verlangt. Zudem wird die Schaffung verlässlicher Förderstrukturen gefordert, um die Zukunft künstlerischer Einrichtungen zu sichern. Unter dem neuen Wahlkampf-Slogan „#deinstimmefürkultur“ soll die öffentliche Unterstützung mobilisiert werden.
Bei der Auftaktveranstaltung hielt Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, eine leidenschaftliche Rede. Er verurteilte die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als falschen Weg und verwies auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Reese berichtete auch von einem prägenden Erlebnis: Ein Theaterbesuch in Paderborn mit 14 Jahren habe sein Leben verändert.
Gabi Dan Droste zog eine drastische Parallele zwischen der Situation des FELD Theaters und dem Mythos von Ikarus – erst gefeiert, dann mit drastischen Kürzungen konfrontiert. Die Initiative hat zudem „Wahl-Prüffragen“ für politische Kandidaten entwickelt, darunter das Versprechen „Kunstbildung stärken!“ Zu den wenigen anwesenden Politikern zählten Katharina Marg, Bezirksverordnete der Linken, sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg.
Die Aktionswoche zielt darauf ab, den Berliner Wahlkampf zu beeinflussen, indem Kandidaten zu konkreten Zusagen für die Kulturförderung gedrängt werden. Das Manifest und die Prüffragen stellen klare Forderungen an die politische Verantwortung. Die Organisatoren hoffen, dass der Vorstoß langfristige Unterstützung für die Berliner Kunst- und Kulturszene sichert.






