Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung endlich wieder offen
Murat JähnBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung endlich wieder offen
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung endlich wieder in Betrieb
Die wichtige Schienenverbindung zwischen Hamburg und Berlin hat nach einer langen Schließung wieder den Betrieb aufgenommen. Das Modernisierungsprojekt erlitt jedoch immer wieder Rückschläge, sodass sich die Wiedereröffnung um sechs Wochen auf Mitte Juni verzögerte. Auch die Kosten stiegen deutlich über die ursprünglichen Planungen.
Die Strecke war bereits im August 2023 für umfangreiche Sanierungsarbeiten gesperrt worden. Ursprünglich sollte der Zugverkehr im Mai 2024 wiederaufgenommen werden. Doch anhaltender Frost im Januar und Februar ließ den Boden tiefgefroren zurück, wodurch die Bauarbeiten wochenlang zum Erliegen kamen.
Die Verzögerungen zehrten ein zusätzliches Notfallbudget von 300 Millionen Euro auf. Die Gesamtkosten beliefen sich schließlich auf rund 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als veranschlagt. Trotz der zusätzlichen Zeit und Mittel konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht installiert werden, was innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre eine weitere längere Vollsperrung erforderlich machen wird.
Bei der Wiederinbetriebnahme gab es zunächst Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge verkehrten nicht pünktlich. Während der Sperrung wurden Fernverbindungen über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten deutlich verlängerte. Die Aufwertung der Strecke Hamburg–Berlin ist Teil eines größeren Plans, Dutzende Eisenbahnstrecken in Europa bis Mitte der 2030er-Jahre zu modernisieren.
Zwar ist die Strecke nun wieder befahrbar, doch bleiben Herausforderungen bestehen. Das fehlende ETCS-System wird künftige Baustellen und weitere Einschränkungen nach sich ziehen. Das Projekt zeigt, wie schwierig großangelegte Bahnmodernisierungen unter widrigen Bedingungen umzusetzen sind.
