Baden-Württemberg testet intelligente Stromnetz-Integration für große E-Lkw-Flotten bis 2026
Nathalie BauerBaden-Württemberg testet intelligente Stromnetz-Integration für große E-Lkw-Flotten bis 2026
Neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg: Wie sich große E-Lkw-Flotten intelligent ins Stromnetz integrieren lassen
In Baden-Württemberg läuft derzeit ein innovatives Feldversuch, das untersucht, wie große Flotten von Elektro-Lkw reibungslos in das Stromnetz eingebunden werden können. Die Netze BW hat dazu das Projekt FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw gestartet, das Schnellladestationen, Logistikunternehmen und eine Echtzeit-Netzsteuerung zusammenbringt. Ziel der Initiative ist es, den hohen Ladebedarf mit der lokalen Netzkapazität in Einklang zu bringen – und das bis Ende 2026.
Am Projekt beteiligen sich 20 Schnellladestationen und 40 Elektro-Lkw, die von zwei Logistikpartnern betrieben werden: der Stickel Transport GmbH und der Logistik Schmitt GmbH. Die Tests finden an mehreren Standorten statt, wobei Logistik Schmitt bereits rund 50 batteriebetriebene Lkw in ihrer Flotte einsetzt.
Dynamische Ladepläne für mehr Netzeffizienz Entwickelt werden flexible Ladezeiten, die sich an den aktuellen Netzdaten orientieren. Dieses als netzgeführte Ladung bekannte Verfahren nutzt freie Kapazitäten, wenn das Stromnetz weniger belastet ist. Martin Konermann, technischer Geschäftsführer der Netze BW, erläutert: „Damit lassen sich Effizienzgewinne erzielen, ohne die Infrastruktur zu überlasten.“
Die Stickel Transport GmbH kombiniert die netzgeführte Ladung mit dynamischen Stromtarifen. Zudem hat das Unternehmen ein stationäres Batteriespeichersystem installiert, um den Betrieb zu unterstützen. Logistik Schmitt hingegen konzentriert sich darauf, die Ladung an ihren Standorten optimal zu koordinieren – und sieht im Projekt eine Chance, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
Simulationen und beschleunigte Netzanschlüsse Neben den Praxistests werden die Ergebnisse durch Simulationen und Datenanalysen gestützt. Zudem erprobt das Projekt schnellere Lösungen für Netzanschlüsse an Standorten mit hohem Strombedarf.
Der Feldversuch läuft bis Dezember 2026. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftige Ladekonzepte für Elektro-Lkw-Flotten prägen. Beide Logistikunternehmen betrachten das Projekt als Schritt hin zu effizienteren, netzverträglichen Betriebsabläufen. Bei Erfolg könnte das Modell bundesweit in der Transportbranche Schule machen.






