07 April 2026, 12:28

Baden-Württemberg setzt auf grünen Wasserstoff – doch Importe bleiben unverzichtbar

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" mit einem Logo, das für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Baden-Württemberg setzt auf grünen Wasserstoff – doch Importe bleiben unverzichtbar

Baden-Württemberg startet 100-Millionen-Euro-Förderprogramm für grünen Wasserstoff – doch Import wird unverzichtbar

Baden-Württemberg hat ein Förderprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro aufgelegt, um die regionale Produktion von grünem Wasserstoff zu stärken. Angesichts begrenzter Flächen für neue Anlagen setzt das Land jedoch auch auf Importe, um den künftigen Bedarf zu decken. Eine aktuelle Studie unterstreicht, dass großvolumige Einfuhren notwendig sein werden, um Industrie und Verkehr ausreichend mit Wasserstoff zu versorgen.

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Die Landesinitiative "ELY" zielt darauf ab, die heimische Wasserstofferzeugung auszubauen. Doch aufgrund von Flächenengpässen wird die lokale Produktion allein den langfristigen Bedarf nicht decken können. Energieministerin Thekla Walker betonte, dass Importe eine zentrale Rolle spielen werden, um die Versorgungslücke zu schließen.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) mit dem Titel "H2BW" untersuchte mögliche Importrouten und -kosten. Dabei wurden acht Regionen als vielversprechende Lieferquellen identifiziert: Ostkanada, Algerien, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Norwegen, Finnland, Schottland und Spanien. Die Forscher verglichen verschiedene Transportwege – darunter Pipelines, Schiffstransporte sowie Wasserstoffderivate wie Ammoniak und Methanol.

Als kostengünstigste Langzeitlösung kristallisierte sich der Pipeline-Transport heraus, mit geschätzten Kosten von 2,40 bis 4,30 Euro pro Kilogramm bis 2040. Der Schiffstransport ist zwar flexibler, ermöglicht aber eine größere Auswahl an Energieträgern und Lieferanten. Die lokale Produktion in Baden-Württemberg wird voraussichtlich zwischen 3,40 und 3,80 Euro pro Kilogramm liegen.

Die Studie macht deutlich, wie entscheidend Importe für die Wasserstoffstrategie Baden-Württembergs sind. Da die heimische Erzeugung durch begrenzte Kapazitäten eingeschränkt bleibt, werden Pipelines und Schiffsrouten helfen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das 100-Millionen-Euro-Förderprogramm des Landes unterstützt zwar vorrangig inländische Projekte, bereitet aber gleichzeitig den Weg für großangelegte Importe in den kommenden Jahrzehnten vor.

Quelle