26 April 2026, 02:23

Atomausstieg nach Fukushima: Warum Deutschland trotzdem Strom exportierte

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Atomausstieg nach Fukushima: Warum Deutschland trotzdem Strom exportierte

Deutschlands Atomausstieg nach Fukushima: Wie die Energiewende die Stromexporte nicht stoppte

Die Entscheidung Deutschlands, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen, löste eine Debatte über die Versorgungssicherheit aus. Kritiker warnten, das Land werde künftig stärker auf Atomstromimporte aus Nachbarländern wie Frankreich und Tschechien angewiesen sein. Doch trotz der Abschaltung von fast der Hälfte seiner Reaktoren innerhalb weniger Tage blieb Deutschland in den folgenden Jahren ein Netto-Stromexporteur.

Schon vor dem Unglück in Fukushima hatten Branchenkenner wie der Energiefachverlag Montel auf ein Überangebot in der deutschen Stromerzeugung hingewiesen. Als die Katastrophe eintrat, schaltete die Bundesregierung umgehend acht der 17 Atomkraftwerke ab. Dieser plötzliche Kapazitätsabbau nährte die Befürchtung, Deutschland werde den Ausfall durch Importe von Atomstrom aus dem Ausland ausgleichen müssen.

Im September 2011 berichtete Der Spiegel, das Land beziehe tatsächlich Kernenergie aus dem Ausland – vor allem aus Frankreich und Tschechien, die über große Atomflotten verfügen. Doch Kernkraftwerke laufen nahezu konstant auf Volllast und können ihre Produktion nicht flexibel an schwankende Nachfrage anpassen. Deutschland hingegen hielt an seinem gewohnten Handelsmuster fest: Es exportierte Strom bei Spitzenlast und importierte bei geringem Verbrauch.

Entgegen den Befürchtungen führte der Atomausstieg nicht zu Störungen im grenzüberschreitenden Stromhandel. Deutschland blieb 2011, 2012 und 2013 ein Nettoexporteur. Österreich ging indes einen strengeren Weg und verbot ab 2015 sämtliche Atomstromimporte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Abschaltung der Kernkraftwerke führte nicht zu den befürchteten Engpässen. Im Gegenteil: Die deutschen Stromexporte stiegen nach 2011 sogar an – ein Beweis für die Anpassungsfähigkeit des Netzes. Zwar lieferten die Nachbarländer weiterhin atomaren Strom, doch der Ausstieg selbst verursachte keine größeren Verwerfungen auf den regionalen Energiemärkten.

Quelle