26 April 2026, 06:24

Atomausstieg belastet Süddeutschlands Stromnetz – doch Flexibilität könnte retten

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Atomausstieg belastet Süddeutschlands Stromnetz – doch Flexibilität könnte retten

Deutschlands Energiesystem gerät unter wachsenden Druck, da die Abschaltung der Atomkraftwerke die Kluft zwischen Stromerzeugung im Norden und Nachfrage im Süden weiter vertieft. Die beiden süddeutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern verbrauchen fast 30 Prozent des deutschen Stroms – wobei die Industrie mehr als die Hälfte dieses Bedarfs ausmacht. Experten schlagen nun vor, dass eine flexiblere Steuerung der Nachfrage die Belastung ohne zusätzliche Kosten verringern könnte.

Besonders stark trifft der Atomausstieg den Süden, wo der Strombedarf weiterhin hoch bleibt. Baden-Württemberg und Bayern benötigen in Spitzenzeiten gemeinsam rund 14 Gigawatt (GW) – davon entfallen 55 bis 60 Prozent auf die Industrie. Über 1 GW dieser industriellen Last ließe sich zeitweise verlagern, um Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien auszugleichen.

Auch private Haushalte bergen ungenutztes Potenzial: Allein Kühlschränke bieten mehr als 1,3 GW an flexibler Nachfrage, die sich ohne Beeinträchtigung anpassen ließe. Unternehmen könnten solche Nachfragesteuerungsmodelle akzeptieren, wenn sie dadurch ihre Stromrechnung um über fünf Prozent senken, wie Analysten betonen.

Das Denkfabrik Agora Energiewende argumentiert, dass eine dezentralere Stromerzeugung und eine optimierte Nachfrage das Nord-Süd-Ungleichgewicht ohne zusätzliche Kosten lösen könnten. In ihrem jüngsten Bericht heben die Experten die Rolle Süddeutschlands hervor, wo energieintensive Industrie und hoher Verbrauch sowohl Herausforderungen als auch Chancen für ein anpassungsfähigeres Stromnetz schaffen.

Flexible Nachfrage aus Industrie und Haushalten könnte Deutschland helfen, die Energiewende reibungsloser zu gestalten. Durch die Verlagerung des Stromverbrauchs in Spitzenzeiten könnten Unternehmen und Verbraucher Kosten sparen und gleichzeitig die Netzstabilität stärken. Dieser Ansatz verringert zudem die Abhängigkeit von neuem Infrastrukturausbau, um die Nord-Süd-Differenzen zu überbrücken.

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