09 May 2026, 04:21

Alabali-Radovan fordert Anerkennung syrischer Wiederaufbau-Hilfe statt Abschiebungsdebatten

Gruppe von Menschen, die auf einem Schotterweg mit einem Hund und einer von einem Pferd gezogenen Karre gehen, mit Häusern im Hintergrund, beschriftet mit 'Deutsche Flüchtlinge in Deutschland'.

Alabali-Radovan fordert Anerkennung syrischer Wiederaufbau-Hilfe statt Abschiebungsdebatten

Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan kritisiert Debatten über Abschiebungen von Syrern

Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan hat die anhaltenden Diskussionen über die Abschiebung von Syrern scharf kritisiert. Solche Debatten ignorierten ihrer Meinung nach die langjährigen Beiträge syrischer Gemeinschaften zum Wiederaufbau ihres Heimatlandes. Ihre Äußerungen fielen im Rahmen einer Veranstaltung zum Jubiläum der Plattform „Neuer Aufbruch für Syrien“ in Berlin.

Alabali-Radovan zeigte sich frustriert über Forderungen, Syrer müssten „endlich“ einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Viele engagierten sich bereits seit Jahren aktiv in entsprechenden Projekten, betonte sie. Gleichzeitig warnte die Ministerin, dass Gespräche über Zwangsrückführungen unnötige Verunsicherung bei denen schürten, die sich bereits in diesen Initiativen einbrächten.

Auf der Veranstaltung unterstrichen Teilnehmer ihr doppeltes Engagement – für die Zukunft Syriens und ihre eigene Integration in Deutschland. Viele wiesen auf ihre kontinuierliche Arbeit in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und lokale Projekte in der Heimat hin. Die Ministerin kündigte Pläne an, die Fähigkeiten syrischer Diaspora-Gruppen in Deutschland stärker in die deutschen Entwicklungsprogramme einzubinden.

Die Plattform „Neuer Aufbruch für Syrien“ fungiert seit ihrer Gründung als Brücke zwischen syrischen Fachkräften in Deutschland und Wiederaufbauprojekten in ihrer Heimat. Alabali-Radovans Aussagen deuten auf einen Kurswechsel hin: Künftig soll die Zusammenarbeit mit diesen Gemeinschaften systematischer gestaltet werden.

Mit ihren Stellungnahmen will die Ministerin die Debatte weg von Abschiebungsfragen und hin zu praktischer Unterstützung lenken. Ihr Vorstoß, die Einbindung der Diaspora zu formalisieren, könnte Deutschlands Herangehensweise an den syrischen Wiederaufbau grundlegend verändern. Vorerst liegt der Fokus jedoch darauf, bestehende Bemühungen anzuerkennen und die Zusammenarbeit auszubauen.

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