13 June 2026, 12:15

Aktivistin verschenkt umstrittene Gedichte des Kulturministers an Nationalbibliothek

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin verschenkt umstrittene Gedichte des Kulturministers an Nationalbibliothek

Die Aktivistin Martha Root hat ein Exemplar des Debüt-Lyrikbands Kopfpilz von Kulturminister Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek geschenkt. Zudem stellte sie eine digitalisierte Version auf Archive.org kostenlos zur öffentlichen Nutzung bereit. Root kritisierte das Werk als plump und Ausdruck einer „Vergewaltigungskultur“.

Ihre Spende erfolgt vor dem Hintergrund, dass Weimers Ministerium im März den Ausbau der Bibliothek vorläufig gestoppt hatte. Beamte bezeichneten die Unterbrechung später als „Moratorium“. Trotz dieser Entwicklung übergab Root das Buch und plant, ein physisches Exemplar zu versteigern, um die Initiative Lesen Hilft zu unterstützen.

Ihrer Meinung nach müsse Weimer als Kulturminister an seinen eigenen künstlerischen Werken gemessen werden. Root verweist dabei auf Gedichte wie Vorfreude und Unglück als Beispiele für geschmacklose Inhalte. Zudem hinterfragt sie mögliche Interessenkonflikte des Ministers in seiner Rolle als Unternehmer und Lobbyist.

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Bekannt wurde Root zuvor durch die Aufdeckung rechtsextremer Aktivitäten beim Chaos Communication Congress. Mit ihrer jüngsten Aktion setzt sie ihre Reihe öffentlicher Interventionen zu kulturellen und politischen Themen fort.

Die digitalisierte Gedichtsammlung steht nun zum Download bereit. Die Erlöse der geplanten Versteigerung sollen Leseförderprogrammen zugutekommen. Im Mittelpunkt ihrer Kritik steht Weimers frühes Werk und dessen Vereinbarkeit mit seiner heutigen Funktion.

Quelle