Agrarminister fordern eigenständige GAP und weniger Bürokratie für Landwirte
Ditmar WellerAgrarminister fordern eigenständige GAP und weniger Bürokratie für Landwirte
Bundes- und Landesagrarminister trafen sich zur Herbst-Agrarministerkonferenz in Heidelberg
Auf der Herbst-Agrarministerkonferenz (AMK) in Heidelberg kamen Bundes- und Landesagrarminister unter dem Vorsitz von Baden-Württembergs Minister Peter Hauk zusammen, um drängende Fragen der Landwirtschaft zu erörtern. Im Mittelpunkt standen die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der Tierschutz sowie Pflanzenschutzregelungen. Besonders intensiv diskutiert wurden Finanzierungsfragen, Bürokratieabbau und Umweltauflagen, die den Sektor belasten.
Die Zukunft der GAP nach 2027 dominierte die Debatten. Mecklenburg-Vorpommern lehnte die Pläne der EU-Kommission ab, die Agrarpolitik in einen gemischten Fonds zu überführen, und sprach sich gegen geplante Kürzungen und Obergrenzen für Direktzahlungen aus. Stattdessen einigten sich die Minister darauf, dass die GAP als eigenständige Politik mit eigenem Budget erhalten bleiben solle.
Auch die Pflanzenschutzbestimmungen standen im Fokus. Beamte kritisierten Verzögerungen bei Zulassungsverfahren und forderten schnellere, einheitlichere Prozesse in ganz Europa. Gleichzeitig betonten sie, dass strengere Umweltvorgaben Landwirte und Forstleute nicht übermäßig in ihrer Arbeit einschränken dürften.
Beim Thema Tierschutz äußerte sich Minister Hauk zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz. Er forderte, dass Verbesserungen vor allem praktische Vorteile für die Nutztierhaltung bringen müssten, ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand zu verursachen. Die Runde übt zudem scharfe Kritik an der aktuellen Wiederherstellungsverordnung und drängte auf eine grundlegende Reform, um die Landwirtschaft besser zu unterstützen.
Durchgehend bekräftigten Vertreter von Bund und Ländern ihr Ziel, Bürokratie für Landwirte und Forstbetriebe abzubauen.
Die Konferenz endete mit einer klaren Ablehnung der Pläne, die GAP in den allgemeinen EU-Haushalt zu integrieren. Die Minister forderten zudem beschleunigte Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und einfachere Regelungen. Zwar wurden keine unmittelbaren Änderungen beschlossen, doch die Diskussionen bildeten die Grundlage für weitere Verhandlungen zu Finanzierung, Bürokratieabbau und Umweltpolitik in der Landwirtschaft.






