11 April 2026, 14:26

AfD zerrissen: Proamerikaner gegen Prorussen – und die Führung schwankt

Ein sowjetischer Union-Kartenposter mit rot-blauem Farbschema, gefüllt mit Text und Bildern, die einen Konflikt zwischen zwei Ländern darstellen.

AfD zerrissen: Proamerikaner gegen Prorussen – und die Führung schwankt

In der rechtspopulistischen AfD zeichnen sich tiefe interne Gräben in der Außenpolitik und bei extremistischen Forderungen ab. Aktuelle Konflikte offenbaren die Spaltung zwischen prorussischen und proamerikanischen Flügeln, während sich die Parteiführung nur schwer von umstrittenen Figuren wie Martin Sellner distanzieren kann.

Die Auseinandersetzungen folgen auf eine Reihe öffentlicher Streitigkeiten, darunter Forderungen nach dem Abzug US-amerikanischer Truppen sowie eine blockierte Pressemitteilung zur Unterstützung der USA im Iran-Konflikt.

Die Spannungen begannen, als der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla in einer Rede in Sachsen den Abzug der US-Truppen aus Deutschland forderte. Seine Äußerung löste innerhalb der Partei heftige Kritik aus – einige Mitglieder warnten vor einer dauerhaften Zerrissenheit.

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah widersprach Chrupallas Haltung öffentlich. Er betonte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA, und stellte sich damit direkt gegen die Parteiführung. Unterdessen warf Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, dem von Björn Höcke angeführten prorussischen Flügel vor, ihn aus seinem Amt drängen zu wollen.

Lucassen hatte wiederholt Russland als größte Bedrohung für die östliche NATO-Flanke bezeichnet und parteiinterne Moskautreue als "Putinisten" kritisiert. Unterstützung erhielt er von Hannes Gnauck, einem weiteren Verteidigungsexperten, der eine Pressemitteilung zur Unterstützung der USA in der Iran-Krise verfasst hatte. Doch der Text wurde nach Eingreifen Chrupallas und der Co-Vorsitzenden Alice Weidel unterdrückt.

Neben der Außenpolitik steht die AfD-Führung in der Kritik, weil sie sich nicht klar genug von Martin Sellners "Remigrations"-Plänen distanziert. Das Vorhaben, das selbst deutsche Staatsbürger treffen könnte, wurde vom Bundesverwaltungsgericht als "verfassungswidrig" und "Verstoß gegen die Menschenwürde" verurteilt. Krah räumte ein, dass die radikalen Positionen der Partei die politische Isolation durch andere Parteien noch verstärkt hätten.

Die AfD sieht sich nun wachsender innerparteilicher Zerrissenheit ausgesetzt – sowohl in der Außenpolitik als auch bei der Abgrenzung zu extremistischen Strömungen. Während proamerikanische Mitglieder mit prorussischen Kräften aneinandergeraten, kämpft die Führung mit den Folgen umstrittenener Forderungen. Die Konflikte gefährden den Zusammenhalt der Partei vor kommenden politischen Herausforderungen.

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