AfD vor absoluter Mehrheit in Sachsen-Anhalt – doch Stagnation bremst Aufschwung
Nathalie BauerAfD vor absoluter Mehrheit in Sachsen-Anhalt – doch Stagnation bremst Aufschwung
Der Meinungsforscher Manfred Güllner hat gewarnt, dass die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine absolute Mehrheit erringen könnte. Ein solches Ergebnis bezeichnete er angesichts der aktuellen Wählertrends als „durchaus möglich“. Die Unterstützung für die Partei stagniert jedoch seit Wochen, was darauf hindeutet, dass ihr Wachstum an Grenzen stößt.
Bundesweit würden derzeit 20 Prozent der Wahlberechtigten die AfD wählen. Weitere 8 Prozent könnten sich dafür entscheiden. Die Zustimmung variiert dabei stark zwischen den Regionen: Während im Westen 24 Prozent der Wähler eine Stimme für die Partei in Betracht ziehen, sind es im Osten 41 Prozent.
Trotzdem lehnen rund 60 Prozent der Ostdeutschen die AfD kategorisch ab. Güllner ist überzeugt, dass eine höhere Wahlbeteiligung der gemäßigteren Wähler verhindern könnte, dass die Partei in Sachsen-Anhalt eine Zweidrittelmehrheit erreicht.
Die SPD verfügt unterdessen weiterhin über ein breites Wählerpotenzial. 46 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, die Partei zu wählen, und fast die Hälfte schätzen sie positiv ein. Dennoch stößt ihre Fokussierung auf Themen wie Mindestlohn und Bürgergeld bei Teilen ihrer traditionellen Klientel auf Kritik. Auch die Union (CDU/CSU) bleibt mit 45 Prozent potenzieller Wähler stabil verankert.
Die AfD bleibt in Sachsen-Anhalt zwar stark, doch ihr Aufwärtstrend scheint gebremst. Eine hohe Wahlbeteiligung der Mitte könnte entscheidend sein, um ihre Erfolge zu begrenzen. Gleichzeitig verfügen SPD und Union weiterhin über beträchtliche Unterstützung – auch wenn einige Wähler abwandern.
