AfD Baden-Württemberg: Rekordwahl des Chefs – doch die Partei zerreißt sich selbst
Murat JähnAfD Baden-Württemberg: Rekordwahl des Chefs – doch die Partei zerreißt sich selbst
Die Alternative für Deutschland (AfD) in Baden-Württemberg sieht sich trotz der deutlichen Wiederwahl ihres Landesvorsitzenden mit einer Welle interner Kritik konfrontiert. Markus Frohnmaier sicherte sich am Wochenende auf dem Parteitag mit über 91 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis, das je ein AfD-Vorsitzender in der Region erzielt hat. Dennoch legen zwei scharf formulierte Briefe langjähriger Mitglieder tiefe Gräben innerhalb der Partei offen.
Der erste Brief stammt von Rüdiger Klos, einem ausscheidenden Landtagsabgeordneten und Mitgründer des AfD-Landesverbands. Er wirft der Führung vor, Kritiker durch Ausschlussverfahren zum Schweigen zu bringen, und bezeichnet diese Methoden als „Säuberungen, die an totalitäre Systeme erinnern“. Zudem zieht er Parallelen zu „innerparteilichen Taktiken im Stil Goebbels’“. Klos warnt, dass unqualifizierte Funktionäre in Regierungsverantwortung „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätten.
Der zweite Brief, unterzeichnet von Veteranen aus zwei Kreisverbänden, kritisiert den Wandel von einer basisdemokratischen Struktur hin zu einer „autokratischen Funktionärspartei“. Die Unterzeichner prangern eine Machtkonzentration, Vetternwirtschaft sowie mangelnde Transparenz bei Finanzentscheidungen und Personalernennungen an. Sie beschreiben eine „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“ und fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen – einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.
Beide Schreiben wurden an die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet und erhöhen den Druck auf die Parteiführung in Baden-Württemberg. Trotz der Gegenwehr deutet Frohnmaiers deutliche Wiederwahl darauf hin, dass seine Position vorerst unangefochten bleibt.
Die Rekordbestätigung für Markus Frohnmaier steht damit in krassem Gegensatz zur wachsenden inneren Zerrissenheit. Forderungen nach finanzieller Transparenz und Vorwürfe des Autoritarismus verschärfen die Spannungen im baden-württembergischen AfD-Landesverband. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, diese Konflikte zu bewältigen, ohne ihren politischen Schwung zu verlieren.






