31 May 2026, 06:21

"36 Boys": Wie ein Kreuzberger Bandenmitglied seine blutige Jugend überlebte

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

"36 Boys": Wie ein Kreuzberger Bandenmitglied seine blutige Jugend überlebte

Ein neues Buch enthüllt die gewalttätige Vergangenheit der Berliner Straßenbanden in den 1980er-Jahren. Der Journalist Paul Christoph Gäbler dokumentiert darin die Erlebnisse von Tim Raue, einem ehemaligen Mitglied der berüchtigten „36 Boys“ in Kreuzberg. Die brutalen Aufnahmerituale der Bande und die häufigen Auseinandersetzungen mit verfeindeten Gruppen prägten Raues Jugend zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr.

Die „36 Boys“ entstanden aus dem Verlangen nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Neue Mitglieder mussten sich beweisen, indem sie drei Minuten lang gleichzeitig gegen zwei Bandenmitglieder kämpften. Raue, der mit 14 beitrat, trägt bis heute eine Narbe von der Prügelstrafe bei seiner Aufnahme.

Er gibt zu, dass er während der Schlägereien oft fliehen wollte, doch wusste er: Ein Rückzug kam nicht infrage. Obwohl er die vollen drei Minuten nicht durchhielt, bewies er, dass er nicht davonlaufen würde – eine entscheidende Loyalitätsprobe. Bei den Auseinandersetzungen war die Bande oft zahlenmäßig unterlegen und stand ihren Gegnern im Verhältnis eins zu zwei gegenüber.

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Jahrzehnte später lehnt Raue Gewalt ab, doch erkennt er die Denkweise an, die ihn damals weiterkämpfen ließ. Seine Geschichte ist nun Teil von Gäblers Buch, das einen schonungslosen Einblick in die Bandenkultur Kreuzbergs der 1980er-Jahre bietet.

Mit 16 endete Raues Zeit bei den „36 Boys“, doch die Narben – sowohl die körperlichen als auch die seelischen – blieben. Das Buch wirft ein Licht auf ein brutales Kapitel der Berliner Geschichte, in dem Straßenbanden um Respekt kämpften. Sein Bericht steht als Zeugnis dafür, wie weit er sich seit jenen gewalttätigen Jahren entwickelt hat.

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