ZDK-Reformen spalten die Autohandwerksbranche und entfachen Machtkampf mit ZVK
Murat JähnZDK-Reformen spalten die Autohandwerksbranche und entfachen Machtkampf mit ZVK
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine Governance- und Finanzierungsregeln grundlegend reformiert. Die Änderungen, die Ende Januar 2023 beschlossen wurden, zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und sich an die aktuellen Anforderungen der Branche anzupassen. Doch die Reformen haben einen neuen Konflikt mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeughandwerk (ZVK) ausgelöst.
Der ZDK hat sein Beitragssystem umgestaltet: Jede organisierte Werkstatt muss künftig jährlich 100 Euro an die Bonner Zentrale zahlen. Damit wird das bisherige, als zu komplex kritisierte Finanzierungsmodell abgelöst. Zudem hat der Verband die gemeinsamen Personalstrukturen mit dem ZVK beendet und so eine klare institutionelle Trennung zwischen den beiden Organisationen vollzogen.
Laut den neuen Statuten wurde die Vertretung des ZVK im ZDK-Vorstand reduziert. Bisher verfügte der ZVK über drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium; nun wird nur noch ein Vertreter der Handwerksführung im Gremium sitzen. Die Reformen fallen in eine Phase eskalierender Spannungen zwischen den beiden Verbänden – der ZVK hat bereits angekündigt, die Beitragsänderungen gerichtlich anfechten zu wollen.
Der ZDK setzt nun auf direkte Zusammenarbeit mit Autohäusern in Schlüsseregionen wie Bayern und Nordrhein-Westfalen. Neue Mitgliedschaftsmodelle ermöglichen es Werkstätten, sich direkt der Bonner Zentrale anzuschließen, was die Abhängigkeit von regionalen Innungen verringert. Gleichzeitig hat ein langjähriger Streit über Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen viel von seiner rechtlichen Dynamik verloren, sodass sich der Fokus wieder auf strukturelle Reformen verlagert.
Trotz der Konflikte lässt der ZDK die Tür für eine Kooperation offen. Eine Rückkehr zu konstruktiver Zusammenarbeit sei möglich, sofern der ZVK das neue Regelwerk akzeptiere und die politische Führungsrolle des Bonner Büros anerkenne, heißt es.
Die Reformen markieren einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise und Finanzierung des ZDK. Werkstätten zahlen ihre Beiträge künftig direkt an die Zentrale, während der Einfluss des ZVK innerhalb der Organisation zurückgedrängt wurde. Rechtliche Auseinandersetzungen und Initiativen in den Bundesländern werden die nächste Phase dieses Streits prägen.






