"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch zeigt unbekannte Facetten jüdischen Lebens
Piotr Dietz"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch zeigt unbekannte Facetten jüdischen Lebens
Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" bietet einen seltenen Einblick in das jüdische Leben im Land. Verfasst von Mascha Malburg und Joshua Schultheis, beide Journalisten bei der "Jüdischen Allgemeinen", stellt das Werk die eingeschränkte Wahrnehmung jüdischer Menschen in öffentlichen Debatten infrage. Allzu oft werden sie nur im Kontext der Holocaust-Gedenkkultur oder des Nahostkonflikts thematisiert.
Das Buch versammelt acht jüdische Personen in zehn Dialogen, in denen sie persönliche Geschichten und Perspektiven teilen. Ihre Hintergründe sind vielfältig und spiegeln die Diversität der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland wider. Die Gespräche wurden von Dinah Riese moderiert, der Leiterin des Inlandsressorts auf der Website des Verlags.
Malburg, deren akademische Arbeit sich mit Hannah Arendts Revolutionstheorie beschäftigte, und Schultheis, politischer Redakteur der "Jüdischen Allgemeinen", wollten mit dem Buch über Klischees hinausgehen. Sie argumentieren, dass jüdisches Leben in Deutschland weitaus facettenreicher ist, als es die einseitige Fokussierung auf historische Traumata oder geopolitische Spannungen vermuten lässt. Die Autor:innen betonen, dass ein Verständnis jüdischer Anliegen nur gelingen kann, wenn man ihren Alltagsdiskussionen zuhört.
Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, präsentiert das Buch ungefilterte Stimmen zu Identität, Zugehörigkeit und den Herausforderungen, heute in Deutschland jüdisch zu leben. Die Dialoge behandeln Themen, die in der öffentlichen Debatte oft vernachlässigt werden – von kulturellen Traditionen bis hin zu aktuellen Erfahrungen mit Antisemitismus.
Die Sammlung eröffnet ein direktes Fenster in das Leben jüdischer Menschen in Deutschland. Indem das Buch ihre eigenen Worte in den Mittelpunkt stellt, lenkt es den Blick weg von den üblichen Erzählungen, die sich auf Erinnerung oder Konflikt konzentrieren. Leser:innen erhalten so Zugang zu einem breiteren, differenzierteren Bild jüdischer Existenz im Land.






