Vier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Lebensqualität
Vier Städte in Baden-Württemberg testen im Rahmen einer landesweiten Initiative neue Wege, um die Fußgängerfreundlichkeit zu verbessern. Das Projekt mit dem Titel "Freie Gehwege – Mehr Platz zum Laufen" läuft ein Jahr lang in Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart. Ziel der Verantwortlichen ist es, Hindernisse zu beseitigen, die Gehwege verstellen und das Zu-Fuß-Gehen für Anwohner und Besucher erschweren.
Geleitet wird das Vorhaben von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) im Auftrag des Verkehrsministeriums. Technische Unterstützung kommt von der Bernard Gruppe und VIA. In den kommenden zwölf Monaten werden die Städte ausgewählte Strecken untersuchen und den Zustand der Gehwege mit digitalen Hilfsmitteln dokumentieren – darunter auch 360-Grad-Kameras.
Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung freier Wege für Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer. Zu den häufigen Hindernissen, die überprüft werden, zählen falsch platzierte Mülleimer, überflüssige Verkehrsschilder, auf Gehwegen parkende Autos, Versorgungsboxen, Parkuhren und Werbedisplays. Das Projekt unterstreicht, wie wichtig es ist, die Fußgängerinfrastruktur bereits in der frühen Stadtplanung zu berücksichtigen, um spätere Engpässe zu vermeiden.
Das Pilotprojekt ist Teil der übergeordneten Fußgängerstrategie Baden-Württembergs. Bis 2030 soll die Hälfte aller Wege im Land zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Die vier Modellstädte erproben praktische Lösungen, die später in der gesamten Region umgesetzt werden könnten.
Die Erkenntnisse aus Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart werden künftige Richtlinien für eine fußgängerfreundliche Stadtgestaltung prägen. Bei Erfolg könnten die Maßnahmen Gehwege entlasten und mehr Menschen zum Zu-Fuß-Gehen motivieren. Die Ergebnisse sollen in die langfristigen Verkehrsziele des Landes einfließen.






