VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst ist tot
VALIE EXPORT, Pionierin der feministischen Kunst und provokante Erforscherin von Körper, Medien und Konzeptkunst, ist tot. Die 1940 in Linz, Österreich, als Waltraud Lehner geborene Künstlerin zählte über sechs Jahrzehnte zu den einflussreichsten Figuren der Avantgarde- und feministischen Kunstszene.
EXPORT begann ihren künstlerischen Werdegang an der Kunstgewerbeschule Linz, bevor sie nach Wien zog, um Textildesign zu studieren. 1966 setzte sie mit dem Entwurf einer Zigarettenpackung, die ihr eigenes Porträt und den Namen VALIE EXPORT trug, ein erstes provokantes Statement – ein Pseudonym, das sie als Ablehnung des Nachnamens ihres Vaters annahm.
1968 erregte sie internationales Aufsehen mit Tap and Touch Cinema, einer Performance, bei der sie Zuschauer einlud, ihre entblößte Brust durch einen verhangenen Kasten zu berühren. Das Werk hinterfragte Voyeurismus und Geschlechterrollen und schrieb sie damit in die Geschichte der feministischen Kunst ein. Im selben Jahr schloss sie sich dem radikalen Wiener Institut für Direkte Kunst an und wurde der Wiener Aktionismus-Bewegung zugeordnet, die für ihre konfrontativen Aktionen bekannt war.
Ihre Experimente erstreckten sich auch auf die Videokunst: Split Reality (1970) feierte in London als eines ihrer frühen Werke in diesem Medium Premiere. 1980 vertrat sie gemeinsam mit Maria Lassnig Österreich auf der Biennale von Venedig und festigte so ihren Ruf. Später, von 1991 bis 1995, lehrte sie technische Bildmedien an der Universität der Künste Berlin und prägte eine neue Generation von Künstler:innen.
Mit EXPORTs Tod endet eine Karriere, die feministische und Medienkunst nachhaltig veränderte. Ihr Schaffen – von Performance über Video bis hin zu Installation – bleibt eine prägende Kraft der zeitgenössischen Kunst. Weltweit zeigen Galerien und Institutionen weiterhin ihre Werke und bewahren so ihr Vermächtnis für die Zukunft.






