Traditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet überraschend Insolvenz an
Wehrle-Werk AG, Insolvenzantrag nach schweren Finanzproblemen
Die Wehrle-Werk AG, ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz in Emmendingen (Baden-Württemberg), hat Insolvenz angemeldet. Das 1860 gegründete Unternehmen, das sich auf Umwelttechnik-Systeme und großtechnische Industriekomponenten spezialisiert hat, kämpft mit einem drastischen Auftragsrückgang und den Folgen eines Cyberangriffs im Mai 2024.
Trotz eines stabilen bis leicht wachsenden Marktes für Umwelttechnik in Deutschland in den vergangenen Jahren – begünstigt durch strengere Umwelauvorschriften und staatliche Förderprogramme wie die EEG-Novelle – blieb die Nachfrage nach Kläranlagen und Biogasanlagen im Inland zwar robust. Doch globale Herausforderungen wie geopolitische Spannungen und Lieferkettenstörungen führten zu einer Stagnation in den internationalen Märkten.
Ein Cyberangriff am 11. Mai 2024 lähmte die Produktions- und Kommunikationssysteme des Unternehmens und verschärfte die finanzielle Krise. Der Rückgang der Auftragseingänge belastete die Geschäftsabläufe zusätzlich und trieb das Unternehmen schließlich in die Insolvenz.
Der Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung wurde nun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Während des laufenden Verfahrens erhalten die Mitarbeiter weiterhin ihr Gehalt über Insolvenzgeld. Die Unternehmensführung und der Verwalter prüfen derzeit Sanierungsmöglichkeiten, um das Unternehmen zu stabilisieren. Wichtig: Von der Insolvenz sind die Tochtergesellschaften der Wehrle-Werk AG nicht betroffen – diese bleiben unbeteiligt.
Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, die Zukunft des 164 Jahre alten Unternehmens zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Restrukturierungsbemühungen konzentrieren sich auf die Stabilisierung der Geschäftsabläufe und die Anpassung an die Marktbedingungen. Ob es dem Familienbetrieb gelingt, die aktuelle Finanzkrise zu überwinden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.






