18 March 2026, 18:23

Streit um Apotheken-Streik: Baden-Württemberg sagt Protest überraschend ab

Eine Gruppe von Männern geht einen Krankenhausflur entlang mit Deckenbeleuchtung, einer Tür an der rechten Wand und Texttafeln an der linken Wand, die besorgt aussehen.

Streit um Apotheken-Streik: Baden-Württemberg sagt Protest überraschend ab

Apotheken in ganz Deutschland hatten für den 23. März einen Streik gegen die geplante Reform der Finanzierung angekündigt. Doch in Baden-Württemberg wurde die Aktion überraschend abgesagt – nach einem Eingreifen der Landesregierung. Die plötzliche Kehrtwende sorgt für Wut unter Apothekern und Pharmazeutisch-technischen Assistenten, die sich bereits auf den Protest vorbereitet hatten.

Die Landesapothekerkammer (LAK) erhielt am 17. März ein offizielles Verbot vom Sozialministerium, das die geplanten Schließungen untersagte. Kurz darauf zog der Landesapothekerverband (LAV) seine Unterstützung zurück und sagte den Protest in der Region ab. Daniel Hölzle, Apothekeninhaber in Konstanz, nannte die Entscheidung "erstaunlich und rückgratlos" und warf sowohl der Kammer als auch dem Verband vor, keine unabhängige Rechtsberatung eingeholt zu haben, um die Haltung des Ministeriums anzufechten.

Auch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) kritisierte die letztenenden Zugeständnisse der baden-württembergischen Landesregierung scharf. Am 18. März kündigte der Dachverband eine verstärkte Lobbyarbeit in Berlin an, darunter eine Petition an den Bundestag und öffentliche Stellungnahmen gegen die als unzureichend bezeichneten Reformen. Unterdessen bezeichnete Ariel Wagner, Pharmazeutisch-technischer Assistent, das Vorgehen des Ministeriums als "wütend machend" und behauptete, es habe die lokale Unterstützung für den Protest untergraben.

Trotz der Absage wird Hölzles Tiergarten-Apotheke in Konstanz am 23. März dennoch schließen. Seine Kaufland-Apotheke in Singen öffnet dagegen mit reduzierten Öffnungszeiten. Geplant sind Gespräche mit lokalen Medien wie dem "Südkurier", um das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu halten.

Das Scheitern des Protests in Baden-Württemberg hinterlässt bei vielen Apothekern Frust. Während einige wie Hölzle weiterhin eigeninitiativ handeln, schwächt der Rückzug des Landes den bundesweiten Druck für Reformen. Nun kommt es auf die nächsten Schritte der ABDA in Berlin an, ob die Kampagne anderswo an Fahrt aufnimmt.

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