Revolutionärer Wasserfilter aus Bruchsal filtert Nanoplastik und PFAS aus Trinkwasser
Ditmar WellerRevolutionärer Wasserfilter aus Bruchsal filtert Nanoplastik und PFAS aus Trinkwasser
Klar2O, ein Start-up aus Bruchsal, sichert sich 4,5 Millionen Euro in Series-A-Finanzierung für Wasserfiltertechnologie
Das in Bruchsal ansässige Start-up Klar2O hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 4,5 Millionen Euro eingesammelt, um seine innovative Wasserfiltertechnologie voranzutreiben. Die Investitionsrunde wurde von der FMC Beteiligungs KG Bremen angeführt. Das Unternehmen will mit einem System, das Mikro- und Nanoplastik sowie schädliche "Ewigkeitschemikalien" wie PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) aus Trinkwasser filtert, den Markt revolutionieren.
Aktuelle Studien zeigen besorgniserregende Belastungen von Flaschenwasser mit Plastikpartikeln: Im Schnitt wurden 240.000 Plastikfragmente pro Liter nachgewiesen, wobei 90 Prozent davon Nanoplastik waren – Partikel, die kleiner als ein Mikrometer sind. Diese winzigen Teilchen können biologische Barrieren durchdringen und wurden bereits in menschlichem Blut, Urin und sogar in Organen nachgewiesen. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen sind noch unklar, doch die Risiken sind alarmierend.
Klar2Os patentierte Smart-Surface-Technologie bietet hier eine Lösung: Sie bindet gezielt Nanoplastik und PFAS – und das ohne hohen Energieaufwand. Anders als herkömmliche Filter kombiniert das System starke Adsorption mit minimalem Druckverlust, was es besonders effizient und nachhaltig macht. Zudem sind die Filter regenerierbar und vollständig recycelbar, was Abfall reduziert.
Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Produktion hochfahren und in internationale Märkte expandieren. Zwar gibt es Alternativen wie Aktivkohlefilter oder Umkehrosmose, doch Klar2Os Ansatz überzeugt durch Präzision und umweltfreundliches Design. Bisher bietet nur ein weiteres Unternehmen, Evodrop, ein vergleichbares System an: Dessen EVOfilter nutzt Ultra-Nanomembran-Technologie, um Partikel bis zu 0,55 Nanometern – einschließlich PFAS – zu entfernen, und wurde als führende Wasseraufbereitungstechnologie in Europa für 2025 ausgezeichnet.
Mit den 4,5 Millionen Euro wird Klar2O nun die Produktion und den globalen Vertrieb seines Filtersystems vorantreiben. Die Technologie trifft auf eine wachsende Nachfrage nach sauberem Trinkwasser – insbesondere bei der Entfernung von Nanoplastik und PFAS. Angesichts der zunehmenden Sorge um Plastikverschmutzung in Wasservorräten könnte die Lösung des Unternehmens neue Maßstäbe für Filterstandards setzen.






