Medienstreit um Collien Fernandes und Christian Ulmen eskaliert vor Gericht
Nathalie BauerMedienstreit um Collien Fernandes und Christian Ulmen eskaliert vor Gericht
Ein Rechtsstreit ist um die Medienberichterstattung über die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, entbrannt. Der Anwalt Christian Schertz wirft der NDR- und ARD-Talkshow Caren Miosga Befangenheit vor, während die Staatsanwaltschaft Itzehoe die Ermittlungen zu den Anschuldigungen fortsetzt.
In die Auseinandersetzung ist auch Der Spiegel verwickelt: Schertz kündigte an, gegen das Magazin wegen dessen Berichterstattung rechtlich vorzugehen.
Die Schauspielerin Collien Fernandes hatte kürzlich öffentlich Vorwürfe wegen digitaler Gewalt gegen ihren früheren Partner, Christian Ulmen, erhoben. Mittlerweile laufen Strafverfahren gegen Ulmen, allerdings steht ein Urteil noch aus.
Der Medienanwalt Christian Schertz, der Ulmen vertritt, kritisierte die Sendung Caren Miosga wegen einer angeblich einseitigen Gästeauswahl. In der Sendung kamen nur Fernandes und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig zu Wort, nicht jedoch Ulmens Verteidigung. Schertz hatte sich selbst als Gast angeboten, war aber abgelehnt worden.
Die Redaktion von Caren Miosga verteidigte ihre Berichterstattung und betonte die hohe öffentliche Relevanz des Themas. Die Diskussion wurde als Teil einer breiteren Debatte über digitale Gewalt und Medienethik gerahmt.
Schertz wies zudem Vorwürfe zurück, Ulmen habe Deepfake-Videos erstellt oder verbreitet. Die Berichterstattung von Der Spiegel über einen angeblichen Vorfall auf Mallorca bezeichnete er als unzutreffend. Als Konsequenz kündigte er an, rechtliche Schritte gegen das Magazin einzuleiten.
Trotz der Kontroverse betont Ulmens Team dessen Unschuldsvermutung und weist jeden Vorwurf zurück, die Verteidigung untergrabe den Rechtsstaat.
Der Fall hat unterdessen eine grundsätzliche Diskussion darüber ausgelöst, wie Talkshows mit sensiblen juristischen Themen umgehen sollten. Kritiker fragen, ob öffentlich-rechtliche Sender solche Konflikte vor einem gerichtlichen Urteil ausstrahlen sollten.
Die Ermittlungen zu Fernandes' Vorwürfen laufen weiterhin. Schertz' juristische Auseinandersetzungen mit Der Spiegel und seine Kritik an Caren Miosga erhöhen die Komplexität des Falls.
Mit dem Fortgang der Strafverfahren wird die öffentliche und rechtliche Prüfung der Medienberichterstattung voraussichtlich anhalten.






