17 March 2026, 06:24

Kretschmanns letzte große Auslandsreise stärkt Quantentechnologie und Verteidigung

Alte Karte des Königreichs Frankreich und Deutschland mit sichtbaren Grenzen, auf Papier gedruckt und mit erklärendem Text.

Kretschmanns letzte große Auslandsreise stärkt Quantentechnologie und Verteidigung

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat einen dreitägigen Besuch in Frankreich und der Schweiz begonnen. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Technologie und Handel. Es könnte zudem einer seiner letzten offiziellen Auslandsbesuche vor seinem Rückzug 2026 sein.

Kretschmann startete seine Reise in der französischen Region Grand Est, wo er ein europäisches Quantentechnologie-Forschungszentrum an der Universität Straßburg besuchte. Der Besuch unterstreicht die laufende Zusammenarbeit in der Quantenforschung, die Teil der 2021 gestarteten Regionalen Innovationspartnerschaft Quantentechnologien (RIP QT) ist. Gemeinsame Labore in Stuttgart und Grenoble haben bereits die grenzüberschreitende Forschung vorangetrieben, während eine 2023 geschlossene Vereinbarung über Verteidigungstechnologie im Rahmen des AUKUS-Pakts bis 2025 Investitionen in Höhe von 450 Millionen Euro in neue Rechenzentrumsinfrastrukturen gebracht hat.

Später wird Kretschmann am Hartmannswillerkopf-Denkmal im Elsass an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnern und die deutsch-französische Freundschaft bekräftigen. Auf seinem Programm stehen zudem Gespräche mit Regionalpolitikern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, künstliche Intelligenz und Verteidigung weiter auszubauen.

Frankreich teilt sich mit Baden-Württemberg eine 180 Kilometer lange Grenze, wobei täglich rund 60.000 Pendler in die Schweiz einreisen. Die Handelsbeziehungen bleiben eng: 2024 importierte Frankreich Waren im Wert von fast 18 Milliarden Euro aus dem Land. Die Schweiz ist unterdessen der zweitwichtigste Handelspartner Baden-Württembergs. Kretschmann betont, dass eine vertiefte Zusammenarbeit für beide Länder entscheidend sei, um global wettbewerbsfähig zu bleiben.

Es handelt sich um seinen neunten Besuch in Frankreich und zehnten in der Schweiz während seiner fast 15-jährigen Amtszeit. Zwar wird er bei der Wahl im März 2026 nicht mehr antreten, doch sind weitere Auslandsreisen kurz nach der Abstimmung nicht ausgeschlossen.

Die Reise unterstreicht die wirtschaftlichen und strategischen Verbindungen Baden-Württembergs zu seinen Nachbarländern. Neue Investitionen in Verteidigung und Quantentechnologie sollen grenzüberschreitende Projekte ausweiten. Kretschmanns Fokus auf Zusammenarbeit fällt in die Endphase seiner langen politischen Karriere.

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