Krankenkassen erhöhen Beiträge – während Managergehälter explodieren
Nathalie BauerKrankenkassen erhöhen Beiträge – während Managergehälter explodieren
Mehrere deutsche Krankenkassen haben für ihre Mitglieder Zusatzbeiträge erhöht, während sie gleichzeitig die Gehälter ihrer Führungskräfte aufgestockt haben. Die Maßnahmen fallen in eine Zeit, in der die gesetzlichen Kassen unter wachsendem finanziellen Druck stehen. Aktuelle Zahlen zeigen deutliche Gehaltserhöhungen für Vorstände bei gleichzeitig steigenden Kosten für die Versicherten.
Im November 2024 erhöhte die Bahn-BKK ihren Zusatzbeitrag auf 3,4 Prozent. Gleichzeitig erhielt ihre Vorstandsvorsitzende Christine Enenkel eine Gehaltserhöhung von 178.750 auf 195.000 Euro – inklusive eines Bonus von 44.688 Euro.
Auch die BIG direkt gesund hob ihren Beitragssatz von 1,65 auf 3,39 Prozent an. Dort stieg das Gehalt von Vorstandschef Peter Kaetsch um 28.750 Euro, während sein Stellvertreter Markus Bäumler 24.050 Euro mehr erhielt.
Bei der Handelskrankenkasse (HKK) kletterte das Gehalt von Vorstand Michael Lempe um 21.419 Euro auf 287.104 Euro – nach einer ähnlichen Beitragserhöhung für die Mitglieder. Dirk Harrer, der neue Chef der BKK Firmus, verdient 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger.
Die Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Gordana Maršić, erhielt eine Gehaltserhöhung von 185.000 auf 206.000 Euro sowie einen Bonus von 6.938 Euro. Dr. Carola Reimann, Chefin des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro und zusätzlich 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge.
Die Beitragserhöhungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die gesetzlichen Krankenkassen von Leistungserbringern im Gesundheitswesen Einsparungen fordern. Die wiederholten Beitragsanpassungen belasten die Versicherten finanziell stärker, während die steigenden Managergehälter die wachsende Kluft zwischen Führungskräftevergütung und Mitgliederkosten verdeutlichen. Als Begründung für beide Entwicklungen verweisen die Kassen weiterhin auf ihre angespannte Haushaltslage.






