03 May 2026, 00:29

Klinik verschreibt totem Patienten Krebsmedikament – Gericht fordert Rückzahlung

Plakat mit der Aufschrift "$160 Milliarden die Menge, die Steuerzahler sparen werden, da Medicare niedrigere Arzneimittelpreise aushandeln kann" mit einem Logo.

Klinik verschreibt totem Patienten Krebsmedikament – Gericht fordert Rückzahlung

Eine Krebsklinik in Bayern muss 489,52 Euro zurückerstatten, nachdem sie einem bereits verstorbenen Patienten ein Medikament verschrieben hatte. Das Sozialgericht München erklärte das Rezept für ungültig und deckte damit Mängel in den Verwaltungsabläufen der Klinik auf. Der Fall wirft Fragen auf, wie Ärzte mit Patientenakten nach einem Todesfall umgehen.

Ausgelöst wurde der Vorfall, als die Klinik 17 Tage nach dem Tod des Patienten ein Rezept für Pamorelin, ein Krebsmedikament, ausstellte. Eine Apotheke belieferte das Rezept und berechnete der Krankenkasse des Verstorbenen den vollen Betrag. Nach Entdeckung des Fehlers forderte die Kasse die Rückzahlung.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass eine bessere Praxisorganisation den Fehler hätte vermeiden können. Ein einfacher vorsorglicher Anruf zur Überprüfung des Patientenzustands hätte die Ausstellung des Rezepts möglicherweise verhindert. Zudem stellte es fest, dass vertraglich gebundene Ärzte mit dem Tod eines Patienten das Recht verlieren, Leistungen – einschließlich medizinischer Berichte – abzurechnen.

In seiner Begründung erkannte das Gericht zwar den finanziellen Druck an, unter dem Onkologen stehen, betonte jedoch, dass die vorgeschriebenen Verfahren eingehalten werden müssen. Es schlug vor, dass die Nutzung einer elektronischen Patientenakte (ePA) Ärzten helfen könnte, schneller über den Tod eines Patienten informiert zu werden und so das Risiko ähnlicher Fehler zu verringern.

Die Klinik muss nun die 489,52 Euro an die Krankenkasse zurückzahlen. Die Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Kontrollen bei der Verschreibung von Medikamenten für schwer kranke Patienten. Elektronische Akten-Systeme und eine klarere Kommunikation könnten dazu beitragen, dass sich solche Fälle in Zukunft nicht wiederholen.

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