13 April 2026, 08:21

IG Metall fordert "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräfteschwund in Sachsen-Anhalt

Liniengraph, der die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

IG Metall fordert "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräfteschwund in Sachsen-Anhalt

Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Mit dieser Initiative sollen Beschäftigte direkt in neue Arbeitsplätze vermittelt werden, bevor sie arbeitslos werden. Der Plan entsteht vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen in der regionalen Industrie, etwa durch Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Die industrielle Transformation in Sachsen-Anhalt gewinnt durch Dekarbonisierung, digitale Umbrüche und geopolitische Verschiebungen an Fahrt. Demografische Entwicklungen verstärken den Druck zusätzlich und zwingen Unternehmen zu raschem Handeln. Ohne strukturierte Unterstützung drohen Fachkräfte ihre Jobs zu verlieren – nur um kurz darauf dringend wieder eingestellt zu werden. Eine Verschwendung von Ressourcen, wie die IG Metall kritisiert.

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, übt scharfe Kritik an der aktuellen Praxis: "Es ist wirtschaftlich unsinnig, qualifizierte Beschäftigte erst in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, um sie Monate später wieder anzuwerben." Stattdessen schlägt die Gewerkschaft ein dauerhaftes Netzwerk vor, das Arbeitnehmern bereits vor Kündigungen neue Perspektiven eröffnet. So bliebe Fachwissen erhalten und regionale Lieferketten würden stabilisiert.

Die IG Metall will in Gesprächen mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit das Netzwerk konkretisieren. Bevor externe Lösungen gesucht werden, sollten Unternehmen jedoch zunächst interne Möglichkeiten ausschöpfen, um Fachkräfte und Spezialwissen zu halten. Ein gut strukturiertes System könnte zudem Ungleichgewichte zwischen Branchen mit Überkapazitäten und solchen mit Fachkräftemangel ausgleichen.

Langfristig soll ein belastbares Rahmenwerk entstehen, das Beschäftigte durch den industriellen Wandel begleitet. Indem qualifizierte Arbeitskräfte in der Region gehalten werden, würde das Netzwerk die industrielle Basis Sachsen-Anhalts stärken und den Übergang für die Beschäftigten erleichtern.

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Das geplante "Job-to-Job"-Netzwerk soll Arbeitnehmern während des Strukturwandels als Auffangnetz dienen. Es zielt darauf ab, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, indem Beschäftigte bereits vor Stellenabbau in neue Positionen vermittelt werden. Bei Erfolg könnte das Modell zum Dauerinstrument für den Umgang mit wirtschaftlichem Wandel in der Region werden.

Quelle