Hochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim–Frankfurt droht am Geldmangel zu scheitern
Ditmar WellerHochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim–Frankfurt droht am Geldmangel zu scheitern
Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt steht vor ernsten finanziellen Problemen. Trotz laufender Planung droht das Projekt wegen fehlender Mittel ins Stocken zu geraten. Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, warnte, die Strecke sei nun "massiv gefährdet".
Die Planung für die neue Verbindung Mannheim–Frankfurt begann im Januar 2020 im Rahmen eines eigenen Vertrags. Bis Mitte 2021 lagen erste Entwürfe vor, und Ende 2022 wurde eine bevorzugte Trassenführung festgelegt. Der nächste Schritt, das formelle Genehmigungsverfahren, soll Anfang 2025 starten – ein fester Zeitplan für die Fertigstellung existiert jedoch nicht. Theoretisch könnte der Bau 2027 beginnen, sofern die Finanzierung gesichert ist.
Die Strecke gilt als entscheidend, um die Überlastung der bestehenden Riedbahn zu verringern. Bis 2040 wird diese Strecke voraussichtlich zu 127 Prozent ausgelastet sein, was zu häufigen Verspätungen führen dürfte. Doch in den aktuellen Haushaltsplänen sind keine Mittel für das Projekt vorgesehen. 2027 wird ein Fehlbetrag von 300 Millionen Euro erwartet, der bis 2029 auf 1,5 Milliarden Euro anwachsen könnte.
Al-Wazir kritisierte sowohl die Bundesregierung als auch den neuen Verkehrsminister dafür, das Vorhaben aus der mittelfristigen Finanzplanung ausgeschlossen zu haben. Ohne sofortiges Handeln, so seine Argumentation, würden weder Neubauten noch Modernisierungen die nötige Förderung erhalten.
Die Mannheim–Frankfurt-Strecke bleibt damit in der Schwebe, während sich die Finanzlücken vergrößern. Ohne zusätzliche Mittel kann das Projekt nicht vorankommen – selbst wenn die Planung fast abgeschlossen ist. Sollte keine Lösung gefunden werden, dürften sich die Verspätungen auf der überlasteten Riedbahn weiter verschärfen.






