Freispruch für Blogger Jonas Müller: Wie eine Spendenaktion seine journalistische Freiheit rettete
Nathalie BauerFreispruch für Blogger Jonas Müller: Wie eine Spendenaktion seine journalistische Freiheit rettete
Eine Notfall-Spendenaktion hat die Prozesskosten für Jonas Müller, Betreiber des ÖRR-Blogs, erfolgreich gedeckt, nachdem die gegen ihn erhobenen Verleumdungsvorwürfe fallen gelassen wurden. Im Mittelpunkt des Falls standen zwei Beiträge auf X (ehemals Twitter), in denen Müller Hamado Dipama, Mitglied des BR-Rundfunkrats, kritisch unter die Lupe nahm. Unterstützer sammelten 15.000 Euro, um Müller bei der Verteidigung seiner Berichterstattung zu helfen, die er als faktenbasiert und nicht ehrverletzend darstellte.
Die rechtlichen Schwierigkeiten begannen Mitte März, als Müller einen offiziellen Brief erhielt, in dem ihm vorgeworfen wurde, auf seinem Blog "angeblich rassistische Äußerungen" veröffentlicht zu haben. Der erste Beitrag thematisierte Dipamas Interaktion mit einem Instagram-Post der Gruppe Afrokratie, in dem weiße Menschen zunächst als "Neandertaler" bezeichnet worden waren. Der zweite Beitrag hinterfragte, ob Dipama seinen Flüchtlingsstatus behalten könne, falls er 2025 nach Burkina Faso reise, um ein Mausoleum zu eröffnen.
Müller betonte durchgehend, dass seine Berichte sachlich korrekt und nicht diffamierend gemeint seien. Dennoch belastete das Verfahren ihn emotional und verunsicherte ihn in seiner Arbeit. Später kritisierte er das Justizsystem dafür, dass es Beschuldigte selbst dann mit hohen Kosten belaste, wenn die gegen sie erhobenen Vorwürfe haltlos seien.
Diese Woche bestätigte die Staatsanwaltschaft Bamberg, dass das Verfahren eingestellt worden sei. Müller begrüßte die Entscheidung und erklärte, eine Verurteilung hätte schwerwiegende persönliche und berufliche Folgen gehabt – obwohl seine Beiträge auf überprüfbaren Fakten beruhten.
Mit dem Abschluss des Verfahrens kann Müller seine Arbeit nun ohne die Drohung rechtlicher Konsequenzen fortsetzen. Die von Unterstützern gesammelten 15.000 Euro ermöglichten es ihm, sich eine Verteidigung zu leisten, doch er wies auf anhaltende Bedenken hin, was die Kosten für die Abwehr unbegründeter Verleumdungsklagen angeht. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen, mit denen unabhängige Journalisten konfrontiert sind, wenn sie über Personen des öffentlichen Lebens berichten.






