Flugtaxis: Warum der große Durchbruch in Paris ausblieb und 2025 entscheidend wird
Nathalie BauerFlugtaxis: Warum der große Durchbruch in Paris ausblieb und 2025 entscheidend wird
Elektrische Flugtaxis gelten als Zukunft des städtischen Verkehrs – doch ihr Durchbruch lässt länger auf sich warten als erwartet. Volocopter, eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich, hatte geplant, während der Olympischen Spiele 2024 in Paris erste Passagierflüge anzubieten – doch daraus wurde nichts. Trotz Rückschlägen wird weiter an der Vision gearbeitet: Die Branchengrößen wollen die Art und Weise, wie Menschen sich fortbewegen, von Grund auf verändern.
Ursprünglich sollte die Olympiade in Paris für Volocopter als Sprungbrett für seine elektrischen Lufttaxis dienen. Das übergeordnete Ziel des Unternehmens ist es, die Luftfahrt zu dekabonisieren – doch der Fortschritt stockt. Ein zentrales Hindernis ist die fehlende Musterzulassung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA), die sowohl Volocopter als auch der Konkurrent Lilium noch nicht erhalten haben. Finanzielle Schwierigkeiten haben die Verzögerungen zusätzlich verschärft.
Nun steht bei Volocopter ein Führungswechsel an: CEO Dirk Hoke wird Ende Februar zurücktreten, sein Nachfolger als Vorsitzender des Aufsichtsrats wird der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die Umstrukturierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen einen Starttermin für 2025 anpeilt – auch wenn die ersten Nutzer voraussichtlich wohlhabende Kunden sein dürften.
Die Kosten bleiben jedoch ein großes Problem. Pro Kilometer könnten Flugtaxis etwa fünf Euro verlangen – das entspricht dem 2,5-fachen eines herkömmlichen Taxis und ist 15-mal teurer als die Fahrt mit einem Privatwagen. Eine Studie des ZEW Mannheim zeigt zudem, dass diese Fahrzeuge zwar weniger CO₂ ausstoßen als Benziner, aber mehr Energie verbrauchen als Elektroautos. Ihr Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs wird daher voraussichtlich eher gering ausfallen.
Trotz aller Herausforderungen könnte die städtische Luftmobilität (Urban Air Mobility, UAM) dennoch eine Rolle in zukünftigen Verkehrskonzepten spielen. Städte müssten jedoch genau abwägen, ob die Vorteile die hohen Kosten und den Energiebedarf rechtfertigen.
Volocopters überarbeiteter Zeitplan sieht nun ein Debüt der Flugtaxis für 2025 vor – doch die Fragen nach Bezahlbarkeit und regulatorischer Zulassung sind noch nicht geklärt. Da der Energieverbrauch höher ist als bei Elektroautos und die Preise für die meisten Pendler unerschwinglich bleiben, wird der Effekt auf die Emissionsreduktion voraussichtlich begrenzt bleiben. Ob sich Flugtaxis durchsetzen, hängt davon ab, ob es gelingt, Innovation mit praktischen und wirtschaftlichen Realitäten in Einklang zu bringen.






