Ein Leben auf Schienen: Wie ein Zugbegleiter Deutschland zum Zuhause macht
Piotr DietzEin Leben auf Schienen: Wie ein Zugbegleiter Deutschland zum Zuhause macht
Seit über drei Jahren sind die Züge Deutschlands Lasse Stolleys Zuhause. Der 31-Jährige lebt aus dem Rucksack, wäscht seine Kleidung in den Waschbecken der Deutschen-Bahn-Lounges und übernachtet nachts in Abteilen der ersten Klasse. Sein ungewöhnlicher Lebensstil ergibt sich aus einem Job, der ihn ständig unterwegs hält.
Stolley arbeitet als Vollzeit-Zugbegleiter für TRI Train Rental und verdient knapp 3.400 Euro brutto im Monat. Sein Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Kosten für seine BahnCard 100, die ihm unbegrenzte Fahrten durch ganz Deutschland ermöglicht – bis zu 1.000 Kilometer am Tag. Dieser Fahrpass hat sein nomadisches Leben erst möglich gemacht.
Seine Arbeit führt ihn jede Woche in andere Städte, ohne festen Wohnsitz. Wenn er nicht im Dienst ist, erkundet er Länder jenseits der deutschen Grenzen, von Transnistrien bis Istanbul. Selbst sein Privatleben ist von der Bahn geprägt: Seine Freundin lernte er in einer Lounge der Deutschen Bahn kennen.
Trotz der ständigen Bewegung hat sich Stolley an das Leben auf Schienen gewöhnt. Die Nächte verbringt er in einem Erste-Klasse-Abteil des ICE, die Wäsche erledigt er in den Lounges. Die Routine mag ungewöhnlich sein, doch sie passt zu seinem rastlosen Berufsalltag.
Stolleys Lebensstil verbindet Arbeit und Reisen nahtlos. Mit der BahnCard 100 und einem Job, der Mobilität erfordert, hat er das deutsche Schienennetz zu Arbeitsplatz und Zuhause zugleich gemacht. Fürs Erste zeigt seine Reise keine Anzeichen einer Verlangsamung.






