E-Auto-Fahrer in Baden-Württemberg verdienen Geld – und stabilisieren dabei das Stromnetz
Nathalie BauerE-Auto-Fahrer in Baden-Württemberg verdienen Geld – und stabilisieren dabei das Stromnetz
Neues Feldprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Fahrer das Stromnetz stabilisieren – und dabei Geld verdienen
Ein neues Praxisprojekt in Baden-Württemberg erforscht, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) das Stromnetz entlasten und dabei ein zusätzliches Einkommen erzielen können. Unter dem Namen LadeFlexBW werden private Halter belohnt, wenn sie ihre Ladezeiten anpassen, um den Energiebedarf besser auszugleichen. Die Teilnehmer erhalten eine finanzielle Vergütung – ohne ihren Stromanbieter oder Tarif wechseln zu müssen.
Das Projekt nutzt das in Deutschland etablierte Standardlastprofil (SLP)-System und beweist, dass netzdienliches Laden auch ohne intelligente Zähler funktioniert. Sein modularer Aufbau ermöglicht eine einfache Skalierung – von einigen hundert bis zu zehntausenden E-Autos – und eignet sich damit für einen flächendeckenden Einsatz.
Dominique Gross, Geschäftsführerin von Intelligent Energy System Services (IE2S), sieht in dem Vorhaben ein Modell für ein Erlösmodell, das dem Energiemarkt, der Netzsicherheit und den Fahrern gleichermaßen zugutekommt. Die Teilnahme ist freiwillig und garantiert, dass E-Auto-Besitzer keine Komforteinbußen hinnehmen müssen.
Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied beim Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW, unterstützt solche realen Testläufe als Brücke zwischen Pilotprojekten und einer großflächigen Einführung. LadeFlexBW passt in die europäische Strategie für mehr Demand-Response und schafft für E-Auto-Fahrer eine zusätzliche Einnahmequelle – gleichzeitig fördert es die Energiewende.
Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen künftig die Gestaltung von Strompreisen, Netzentgelten, digitalen Ladediensten und Regularien für die Integration der E-Mobilität prägen.
LadeFlexBW zeigt einen marktbasierten Ansatz, wie private E-Auto-Nutzer zur Netzstabilität beitragen und dabei belohnt werden. Die Ergebnisse könnten bundesweit maßgeblich beeinflussen, wie Ladeflexibilität gesteuert und vergütet wird – und das ganz ohne Änderungen an den Stromverträgen, was die Teilnahme für die Nutzer besonders einfach macht.






