Duisburgs Hightech-Polizeilabor: Luxus, Roboterhunde und explodierende Millionenkosten
Piotr DietzDuisburgs Hightech-Polizeilabor: Luxus, Roboterhunde und explodierende Millionenkosten
Hightech-Polizeilabor in Duisburg sorgt mit Luxus-Ausstattung und explodierenden Kosten für Aufsehen
Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, beliefen sich die endgültigen Baukosten der Einrichtung auf stolze 4,66 Millionen Euro. Im Inneren arbeiten Beamte zwischen luxuriösen Innenräumen und hochmoderner Technik – darunter ein Roboterhund, der darauf trainiert ist, Beweismaterial zu vernichten.
Das Duisburger Innovationslabor, geleitet von Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner, sollte die Polizeiarbeit modernisieren. Doch das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) verzichtete vor Baubeginn auf eine Kosten-Nutzen-Analyse. Die Folge: Eine dramatische Kostenexplosion – von geplanten 250.000 auf über 4,6 Millionen Euro.
Der Innenraum erinnert an das prunkvolle Bernsteinzimmer, inklusive eines hauseigenen Kinos, in dem Mitarbeiter Folgen von CSI studieren, um forensische Methoden zu verfeinern. Daneben befindet sich ein vernachlässigter Überwachungsbereich mit einem veralteten Schwarz-Weiß-Fernseher und umgestürzten Stühlen.
Zu den Kuriositäten des Labors zählt eine gigantische Kaffeemaschine – etwa so groß wie ein Doppel-Schrank. Hergestellt von TechStart GmbH, bietet sie 100 individuelle Einstellungen und wird persönlich von Brandner bedient. Gleichzeitig patrouilliert der Roboterhund Spot durch die Räume, programmiert, um belastendes Material auf Kommando zu zerstören.
Brandner rechtfertigt die aufwendige Ausstattung als Anti-Korruptionsmaßnahme. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich verlaufen, plant er, ähnliche Technologiezentren in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) einzurichten.
Das Labor vereint damit Spitzen-Technologie mit fragwürdiger Haushaltspolitik. Während Spot Wache hält und Beamte im Kino lernen, hängt seine Zukunft davon ab, ob es seinen Millionenpreis rechtfertigen kann. Brandners Expansionspläne stehen und fallen mit dem Nachweis, dass das Projekt seinen Nutzen unter Beweis stellt.






