23 May 2026, 02:34

Dobrindt wehrt sich gegen AfD-Machtangst: "Kein Grund für apokalyptische Szenarien"

Innenminister Dobrindt: AfD-Putsch-Warnungen sind Schreckschuss

Dobrindt wehrt sich gegen AfD-Machtangst: "Kein Grund für apokalyptische Szenarien"

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtgriff der rechtspopulistischen AfD in Ostdeutschland zurückgewiesen. Seine Äußerungen folgen auf Aussagen des Thüringer Innenministers Georg Maier (SPD), der Bedenken hinsichtlich der Pläne der Partei geäußert hatte, im Falle eines Wahlsiegs Beamte in Schlüsselpositionen auszutauschen. Dobrindt bezeichnete solche Sorgen als übertrieben und forderte stattdessen eine Konzentration auf politische Lösungen.

Die Debatte war entbrannt, nachdem Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, angekündigt hatte, im Falle eines Wahlsiegs seiner Partei im September zwischen 150 und 200 Stellen in der Landesverwaltung neu zu besetzen. Maier sprach in diesem Zusammenhang von einem möglichen „Putschversuch“ – eine Einschätzung, die bei Behördenvertretern auf breite Besorgnis stieß.

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Dobrindt hinterfragte daraufhin die Logik, sich auf eine unwahrscheinliche Alleinregierung der AfD vorzubereiten. Er kritisierte die Zeichnung „apokalyptischer Szenarien“ und betonte, dass noch ausreichend Zeit bleibe, um Risiken vor der Wahl zu begegnen. Zudem lehnte der Minister Forderungen einiger Landeskollegen ab, der AfD im Falle eines Regierungsantritts den Zugang zu sensiblen Sicherheitsinformationen zu verwehren.

Zum Thema ausländische Einmischung räumte Dobrindt ein, dass es seit Langem Desinformationskampagnen in sozialen Medien gebe, auch mit Ursprung im Ausland. Einen spürbaren Anstieg solcher Aktivitäten vor den anstehenden Wahlen verneinte er jedoch. Zudem bestätigte er, dass es keine Belege für ernsthafte Versuche aus dem Ausland gebe, die Landeswahlen zu manipulieren.

Dobrindts Aussagen lenken die Aufmerksamkeit von spekulativen Bedrohungsszenarien hin zu praktischem politischen Handeln. Angesichts der noch Monate entfernten Wahlen setzt er auf präventive Maßnahmen statt auf vorsorgliche Einschränkungen, um den Herausforderungen zu begegnen. Die Diskussion spiegelt die Spannungen wider, die mit dem wachsenden Einfluss der AfD in Ostdeutschland einhergehen.

Quelle