Bundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag bis 2027 – trotz Preiserhöhungen
Nathalie BauerBundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag bis 2027 – trotz Preiserhöhungen
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Rahmenvertrag mit Microsoft bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Diese Entscheidung fällt trotz steigender Kosten und Kritik aus den Reihen der Opposition. Der Vertrag ermöglicht es öffentlichen Einrichtungen, Microsoft-Produkte weiter zu nutzen, verpflichtet sie jedoch nicht dazu.
Das bestehende Abkommen wäre eigentlich im Juni 2026 ausgelaufen, wurde nun aber unter unveränderten Bedingungen verlängert. Ab Juli 2026 steigen die Preise für Microsoft 365 im öffentlichen Sektor um bis zu 13 Prozent. Allein im Jahr 2021 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus.
Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Verlängerung scharf. Sie betonte, das Auslaufen des Vertrags hätte eine Chance geboten, die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verringern. Unterdessen hat Frankreich Fortschritte bei der Umstellung seiner Behörden auf alternative Softwarelösungen gemacht.
Es gibt kein zentrales System, das die Gesamtausgaben deutscher Behörden bei US-Technologieunternehmen erfasst oder dokumentiert. Der erneuerte Vertrag erleichtert zwar den Zugang zu Microsoft-Tools, lässt den Behörden aber weiterhin die Freiheit, auf andere Anbieter auszuweichen.
Der verlängerte Vertrag festigt Microsofts Position als zentraler Dienstleister für die deutsche öffentliche Verwaltung. Die Behörden müssen ab Mitte 2026 zwar höhere Kosten tragen, behalten aber die Flexibilität, Alternativen zu prüfen. Die Entscheidung steht im Kontext der anhaltenden Debatten über digitale Souveränität und die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern.






