29 April 2026, 05:12

Berliner Theatertreffen 2024 feiert die Rückkehr der Marathon-Aufführungen

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Berliner Theatertreffen 2024 feiert die Rückkehr der Marathon-Aufführungen

Deutsches Theater und die Tradition der Marathon-Aufführungen

Das deutsche Theater ist seit langem für seine ausufernden Inszenierungen bekannt. Beim Berliner Theatertreffen 2024 wird diese Tradition fortgesetzt – mit Stücken, die sieben Stunden und länger dauern. Das Festival, eines der renommiertesten im deutschsprachigen Raum, beweist damit die anhaltende Faszination für ultra-lange Theaterabende.

Der Trend zu diesen ausgedehnten Aufführungen entstand in den 1970er- und 1980er-Jahren mit dem Aufstieg des Regietheaters. Diese Bewegung förderte mutige, opulente Inszenierungen, die oft konventionelle Spieldauern sprengten. 1999 setzte Luk Percevals Schlachten bei den Salzburger Festspielen neue Maßstäbe – mit einer Länge von zwölf Stunden.

Die Pandemie unterbrach diese Entwicklung vorübergehend. Theater passten sich an, indem sie kürzere, pausenlose Stücke zeigten, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Doch mit der Wiedereröffnung der Spielstätten kehrte auch die Lust auf lange Abende zurück.

Das diesjährige Theatertreffen unterstreicht diese Renaissance. Die Münchner Kammerspiele präsentieren Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen, ein siebenstündiges Epos. Das Schauspielhaus Bochum brachte 2023 Die Brüder Karamasow in ebenfalls sieben Stunden auf die Bühne. Und die Berliner Volksbühne wird bald Peer Gynt wiederbeleben – dessen erste Fassung bei der Uraufführung allein acht Stunden dauerte.

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Nora Hertlein-Hull, die Leiterin des Theatertreffens, erlebte 2007 ihre erste ultra-lange Produktion. Seitdem sind solche Inszenierungen zu einem Markenzeichen des Festivals geworden. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine offiziellen Statistiken zu Spieldauern, doch der Trend ist unübersehbar.

Das Berliner Theatertreffen beweist einmal mehr: Das deutschsprachige Publikum liebt nach wie vor theatralische Marathons. Mit Produktionen wie Wallenstein und Peer Gynt festigt das Festival seinen Ruf für ambitionierte, zeitlich grenzenlose Kunst. Die Tradition des epischen Theaters zeigt keine Ermüdungserscheinungen.

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