Apotheken ächzen unter Lohnkosten: Mindestlohn und Tarifverträge belasten die Branche schwer
Nathalie BauerApotheken ächzen unter Lohnkosten: Mindestlohn und Tarifverträge belasten die Branche schwer
Apotheken in ganz Deutschland kämpfen mit steigenden Kosten durch Lohnerhöhungen und Mindestlohn-Anpassungen. Die jüngsten Anpassungen, darunter eine dreiprozentige Gehaltserhöhung ab Januar 2026, haben die jährlichen Ausgaben für Arbeitgeber bereits um mehrere tausend Euro erhöht. Doch weitere Verhandlungen stehen bevor, da wichtige Tarifverträge demnächst auslaufen.
Der finanzielle Druck auf die Apotheken begann bereits Anfang dieses Jahres, als eine Lohnerhöhung von drei Prozent in Kraft trat. Diese Änderung allein kostet Arbeitgeber im Schnitt 9.500 Euro pro Apotheke und Jahr. Gleichzeitig steigt auch der gesetzliche Mindestlohn – zunächst auf 13,90 Euro, dann auf 14,60 Euro bis Januar 2027. Letzterer bedeutet einen Anstieg von 17,6 Prozent seit 2024.
Die Treuhand Hannover warnt, dass die steigenden Löhne Apothekeninhaber stark belasten werden. Die Situation könnte sich weiter zuspitzen, da bestehende Tarifverträge demnächst auslaufen. In Nordrhein-Westfalen endet die Vereinbarung mit der Tarifgemeinschaft deutscher Apotheker (TGL) am 30. Juni 2026. Ebenfalls läuft der Adexa-ADA-Tarifvertrag am 31. Dezember 2026 aus, während der sächsische Lohnvertrag zum Jahresende 2026 endet.
Die Gewerkschaft Adexa, die Apothekenmitarbeiter vertritt, bereitet sich bereits auf neue Verhandlungen vor. Vorstandsmitglied Andreas May bestätigte, dass die Gespräche nach Ablauf der aktuellen Verträge wiederaufgenommen werden. Die anstehenden Diskussionen werden zeigen, ob weitere Lohnerhöhungen bevorstehen.
Da mehrere Tarifverträge 2026 auslaufen, müssen sich Apotheken auf mögliche zusätzliche Belastungen einstellen. Die Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro im nächsten Jahr wird die finanzielle Situation weiter verschärfen – nach einer Reihe schrittweiser Anpassungen. Arbeitgeber warten nun auf die Ergebnisse der neuen Lohnverhandlungen, um die vollen Auswirkungen auf ihre Betriebe abschätzen zu können.






