AfD gewinnt in Umfragen, scheitert aber bei Kommunalwahlen in Ostdeutschland
Nathalie BauerAfD gewinnt in Umfragen, scheitert aber bei Kommunalwahlen in Ostdeutschland
Die rechtspopulistische AfD hat in bundesweiten Umfragen zugelegt und liegt mittlerweile zwei bis drei Prozentpunkte vor der Union. Doch bei jüngsten Kommunalwahlen in Ostdeutschland musste die Partei überraschende Niederlagen hinnehmen. Im Landkreis Uckermark setzte sich die CDU-Kandidatin Karina Dörk klar gegen ihren AfD-Herausforderer Felix Teichner durch.
Während die AfD bundesweit an Zustimmung gewinnt, kämpft sie auf lokaler Ebene mit Rückschlägen. Trotz Umfragewerten von 41 Prozent in Sachsen-Anhalt und 36 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern konnte die Partei in diesem Jahr nur zwei von 26 Bürgermeister- und Landkretswahlen für sich entscheiden, an denen sie teilnahm. Eine dieser Niederlagen erlebte sie in der Uckermark, wo die amtierende CDU-Politikerin Karina Dörk ihren AfD-Konkurrenten Felix Teichner mit deutlichem Abstand besiegte.
Dörk verzichtete im Wahlkampf auf Debatten über eine angebliche „Brandmauer“ gegen die AfD und bezeichnete solche Diskussionen als „Scheinprobleme“. Stattdessen betonte sie ihre Bilanz und Kompetenz. Teichner, der durch seinen bürgernahen Auftritt auffiel und sogar Lieder des linkseingestellten Liedermachers Hannes Wader am Klavier spielte, konnte die Wähler letztlich nicht überzeugen.
Die jüngste Folge des Bundestalk-Podcasts analysierte die gemischten Erfolge der AfD. Mit dem AfD-Experten Gareth Joswig, der Investigativjournalistin Anne Fromm, dem Parlamentarischen Korrespondenten Stefan Reinecke und der Innenpolitikredakteurin Sabine am Orde wurde erörtert, wie der Aufstieg der Partei eingedämmt werden könnte. Die Analysten wiesen darauf hin, dass die AfD zwar bundesweit an Unterstützung gewinnt, viele ehemalige Union-Wähler sich aber stattdessen linken Parteien zuwenden oder gar nicht mehr wählen – statt zur extremen Rechten zu wechseln.
Trotz ihrer bundesweiten Umfrageführung gelingt es der AfD nicht, diesen Zuspruch in lokale Wahlerfolge umzumünzen. Mit den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bleibt ungewiss, ob die Partei ihre Unterstützung in konkrete Siege umwandeln kann. Derweil zeigt der jüngste CDU-Erfolg in der Uckermark, dass eine sachorientierte Kampagne, die Kompetenz statt ideologische Grabenkämpfe in den Vordergrund stellt, bei den Wählern weiterhin Anklang findet.






