AfD-Fraktion in Harburg zerbricht: Nur noch drei Abgeordnete nach Rücktritten
Ditmar WellerAfD-Fraktion in Harburg zerbricht: Nur noch drei Abgeordnete nach Rücktritten
Die AfD-Fraktion im Hamburger Bezirk Harburg ist nach dem Rücktritt zweier weiterer Abgeordnete auf nur noch drei Mitglieder geschrumpft. Andreas Ehlers und Harald Feineis verließen die Gruppe und vertieften damit die internen Spannungen. Ihr Austritt folgt auf monatelange Turbulenzen, darunter Vorwürfe wegen Gewalt und finanzieller Unregelmäßigkeiten.
Die jüngsten Austritte ereignen sich nach dem Rückzug des AfD-Politikers Adrian Leuser aus der Fraktion im vergangenen Jahr. Leuser hatte die Stadt verlassen, nachdem er Anzeige gegen Andreas Ehlers erstattet hatte. Vor seiner Abreise war er mit Drohungen konfrontiert worden, darunter ein Graffito an seiner Tür mit der Aufschrift "Verräter wird bestraft, Leuser".
Ehlers wirft dem Fraktionsvorsitzenden Helge Ritscher vor, ihn körperlich angegriffen zu haben. Zudem behauptet er, dass auf dem Konto der Fraktion ein sechsstelliger Betrag ohne ordnungsgemäße Unterlagen liegt. Diese Konflikte haben Zweifel an der Stabilität der Gruppe genährt.
Der CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht warnt, die Spaltung könnte zur Bildung einer zweiten AfD-Fraktion führen. Simon Dhemija von der Linken argumentiert, die Strategie der AfD bestehe darin, Skandale zu provozieren und die lokale Politik zu destabilisieren. Unterdessen bleibt die CDU mit zwölf Sitzen stärkste Kraft in der Harburger Bezirksversammlung, gefolgt von der SPD mit zehn, den Grünen mit acht, der Linken mit vier und Volt mit drei Mandaten.
Die internen Konflikte der AfD haben die Fraktion in Harburg auf nur noch drei Mitglieder reduziert. Finanzielle Streitigkeiten und Gewaltvorwürfe sind weiterhin ungeklärt. Die Zukunft der Partei in der Bezirksversammlung erscheint zunehmend ungewiss.






